Zweibrücken 13 großartige Minuten
„Schützenfest in der Westpfalzhalle.“ So beschrieben die zufriedenen Zuschauer gestern den deutlichen 39:22 (23:7)-Erfolg der VT Zweibrücken-Saarpfalz gegen den TV Nieder-Olm. Wer genau hinschaute, so wie VTZ-Trainer Danijel Grgic, der sah vor allem in der ersten Halbzeit eine starke Vorstellung der VTZ.
Zweibrücken. „Bisher das beste, was wir in dieser Saison gespielt haben“, sagte er zu den 13 Minuten, die den anfänglichen sieben Abtastminuten folgten. 4:3 führte die VTZ nach sieben Minuten, 13:3 nach 20 Minuten. Hoch verdient. Martin Mokris und Tomas Kraucevicius waren die Antreiber und ordnenden Spielmacher gewesen. Kevin Hauck hatte auf der linken Außenbahn den Turbo gezündet. „Das war schon immer mein Spiel. Mit Tempo von hinten raus. Heute hat es gut funktioniert“, freute sich Hauck. Das gesamte VTZ-Team, das in der ersten Halbzeit in Torwart Yannic Klöckner einen guten Rückhalt hatte, verteidigte sehr gut. Mit der Abwehrleistung seiner Mannschaft, die offensiver als zuletzt ausgerichtet war, war Grgic hoch zufrieden. Zumal „wir nicht so viel Zeit hatten, um uns einzuspielen“. Ball um Ball eroberte die VTZ, war in jeder Hinsicht deutlich schneller als die in dieser Phase chancenlosen Nieder-Olmer. Für den Wermutstropfen im Spiel sorgte das völlig überforderte Schiedsrichtergespann Olbricht/ Heckmann, das sich mehr mit den Vorgängen rund ums Spielfeld zu beschäftigen schien, als mit der Partie selbst. Bestes Beispiel: Als VTZ-Spieler Dominik Rifel für zwei Minuten auf die Bank musste, pfiff Heckmann die Partie plötzlich ab (11.). Er zählte sechs Zweibrücker Feldspieler auf dem Feld, wollte schon eine Zeitstrafe verhängen, als ihm gezeigt wurde, dass das Zweibrücker Tor leer war. Denn die VTZ setzt in Unterzahl bekanntlich auf die erlaubte Variante „Torwart raus, Feldspieler rein“. War diese Demonstration der Regelunkunde seitens des Schiedsrichtergespannes noch zum Schmunzeln, verging der VTZ vier Minuten später das Lachen. Der clevere Nieder-Olmer Tino Stumps provozierte ein Foul von Kraucevicius. Der Pfiff erfolgte zu Recht. Entsetzen aber, als die Schiedsrichter dem VTZ-Rückraumspieler die Rote Karte zeigten. Auch der gefoulte Tino Stumps erklärte den Schiedsrichtern, dass es nie und nimmer eine Rote Karte gewesen war. Es half nichts. Die Rote Karte stand. Weil die VTZ-Bank die Entscheidung moniert hatte, gab es noch zwei Minuten Strafe extra wegen Meckerns. Auch davon ließ sich die VTZ nicht aus dem Konzept bringen. Unaufhaltsam baute sie ihren Vorsprung aus. „Wir haben nie den Zugriff auf die gegnerischen Angreifer bekommen, den wir uns vorgestellt hatten“, sagte Nieder-Olms Co-Trainer Martin Reuter. Im zweiten Durchgang sah das etwas besser aus. Die VTZ-Abwehr war nach den Wechseln nicht mehr unüberwindbar. Das nutzte unter anderem Roman Kraus zu sehenswerten Treffern. Akzente auf VTZ-Seite setzte im zweiten Durchgang unter anderem der pfeilschnelle Moritz Baumgart im Rückraum. So spielten sie VT Zweibrücken-Saarpfalz: Klöckner, Serr (Siebenmeter) - Kraucevicius (4), Mokris (9/6), Rifel - Sauer (4), Hauck (5) - Kurotschkin (4) - Wetz (3), Baumgart (5), Mohn (1), Rolshausen (1), Mägel (1), Hartz (2) TV Nieder-Olm: Zickgraf, Strüder - Stumps (7/4), Zeljko (1), Frommann - Kämmerer (1), von Samson (1) - Fabian Medler (3) - Kraus (5), Wrede (3), Jonas Medler (1) Spielfilm: 4:3 (7.), 13:3 (20.), 23:7 (30.), 24:10 (35.), 31.14 (47.), 38:22 (60.) - Siebenmeter: 6/6: 6/4 - Strafzeiten: 8:6 - Rote Karte: Kraucevicius (15.) - Beste Spieler: Geschlossene Mannschaftsleistung - Stumps, Kraus - Zuschauer: 260 - Schiedsrichter: Olbrich/Heckmann (HV Rheinland). |add