Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel 1000 Fans bejubeln Manfred Mann’s Earthband

„Master of Moog“: Manfred Mann thront auch mit 83 Jahren souverän hinter seinen Synthesizern.
»Master of Moog«: Manfred Mann thront auch mit 83 Jahren souverän hinter seinen Synthesizern.

Grimmig dreinblicken kann er, der Manfred Lubovitz. Unter seinem bekannteren Künstlernamen Manfred Mann füllte er am Freitagabend mit seiner Earth Band die Zweibrücker Festhalle. Er begeisterte um die 1000 Fans des englischen Prog-Rock.

Große Experimente machte die Earth Band nicht. Ohne große Umschweife oder Aufwärm-Titel legten Manns Mannen gleich mit einem Brett los. Bei „Captain Bobby Stout“ hielt sich die Band erst gar nicht mit unnötigen Höflichkeiten auf, legte sogleich vor und die Latte hoch, was Stimmung und Show angeht. „Don’t kill it Carol“, „Martha’s Madman“ und „Stronger than me“ setzten die musikalische Reise ohne stilistische Unterbrechung fort.

Manfred Mann stammt ursprünglich aus Südafrika und gab sich erst nach seiner Auswanderung nach England den heutigen Namen - und seiner Musik den charakteristischen Stil. Eigentlich kommt der Meister der Tasten aus dem Jazz, was man den Songs durchaus noch anhört.

Alles da und tut nicht weh.

Weiter ging es mit bekannten Klassikern der Band. Zehn Songs, keiner unter sechs, sieben Minuten lang, sowie zwei als Zugabe standen auf der Setlist, die die Musiker sauber und wie ein Uhrwerk abarbeiteten. Klingt wenig, aber Manfred Mann und Kollegen boten ein „Best of“ und konzentrierten sich auf die Hits, die jeder im Publikum hören wollte.

Auch wenn einer der wenigen Pseudo-Fans original „David’s on the Road again“ und „Die Mighty Queen“ als Lieblingslieder nannte, bestand das Publikum doch überwiegend aus Kennern im mittleren Alter. Wie Otto Nunold, selbst jahrzehntelang Keyboarder der Zweibrücker Revengers. „Klasse Sound. Es ist alles da und es tut nicht weh“, lobte er die gelungene Abmischung, die wirklich keine Wünsche übrig ließ.

Bitte recht grimmig

Satt, klar und geradlinig klangen die Klassiker bis in den letzten Winkel, die sechs Musiker perfekt aufeinander abgestimmt, trotzdem zu keiner Zeit steril oder langweilig. In nahezu jedem Song war ein Solo enthalten, was auch gar nicht anders ging, damit bei nur zehn Songs jeder der sechs Musiker einmal drankommt.

Mehrmals seit Bestehen hat die Besetzung gewechselt, eine Konstante blieb jedoch immer gleich: Bandgründer und „Master of Moog“ Manfred Mann. Auch in der Festhalle setzte er seinen analogen Synthesizer ein, der den besonderen Klang fabriziert. Das waren die wenigen Momente, in denen der Mann im Checkers-Hemd, der eckigen Brille und dem „Crocodile-Dundee“-Hut fürs Publikum auf den Stehplätzen sichtbar wurde. Sonst war er für die Steher optisch nur erahnbar. Nur zwischen den dünnen Schlitzen, die die übereinandergestapelten Geräte übrig ließen, sah man den Mann hinter der Musik.

Alle sind’s zufrieden

Er ist 83 Jahre alt, noch ganz schön fit und mit viel Spaß an der Musik. Wenn er sich seinem geliebten Mini-Moog zuwandte, huschte auch mal der Ansatz eines Grinsens über sein Gesicht, das ansonsten viel Ernsthaftigkeit ausstrahlte. Zuletzt war Manfred Mann’s Earths Band 2011 in der Zweibrücker Westpfalzhalle zu Gast, davor schon einmal zusammen mit Uriah Heep.

Sein drittes Konzert in der Rosenstadt endete am Freitag nach ziemlich genau 90 Minuten und zwei Zugaben („Do Wah Diddy Diddy“ und „Mighty Quinn“). Das sehr zufriedene Publikum hat den Abend genauso genossen wie die Musiker. Nur der Festhallen-Bühnenmeister hegte die Befürchtung, dass das Stäbchenparkett unter den Stehplätzen im Hauptraum durch die vielen Beben Schaden genommen haben könnte.

Über diesen Rock vom Feinsten haben die Besucher denn auch direkt am Samstag ausführlich in sozialen Netzwerken geschwärmt. Zurecht.

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