Fußball
Überschwemmungen von Pfingsten treffen die VB Zweibrücken besonders hart
In Zweibrücken waren die VB Zweibrücken am Hornbachstaden am ärgsten vom Hochwasser betroffen. Von einem Wasserpegelstand auf dem VB-Platz von 60 bis 70 Zentimetern, berichtet Vorsitzender Johannes Müller. „Ich war am besagten Freitagabend bis etwa 23.30 Uhr auf dem Gelände. Da war nicht absehbar, wie extrem sich das noch entwickeln wird“, erinnert er sich. Lediglich in der Gästetoilette sei zu dem Zeitpunkt etwas Wasser aus einem Gully gekommen, was sich als unproblematisch darstellte.
Wasserfontäne aus Gully
Im weiteren Verlauf des Unwetters wurde das Sportgelände der Bewegungsspieler aber „zu einem regelrechten Rückhaltebecken“, wie Müller die Sachlage beschreibt. Aus einem beim Trainingsplatz installierten städtischen Gully, der zu einem quer unter dem gesamten Platz verlaufenden Abwasserkanal gehört, sprudelte über mehrere Stunden eine riesige Wasserfontäne. „Nach dem Hochwasser 1993 wurde extra ein Schutzwall seitlich am Sportplatz geschaffen, der ein Übertreten des Hornbachs auf unsere Plätze verhindern soll“, erläutert Müller. „Der hat auch gehalten, der Hornbach ist nicht übergetreten. Doch das aufsprudelnde Wasser aus dem Kanal beziehungsweise dem Gully konnte dadurch nirgends ablaufen, und so sind wir sprichwörtlich vollgelaufen.“
Mit freiwilligen Helfern wurde auf die Schnelle alles, was tragbar war, aus den Kabinen herausgeholt. „Die Heizung, die erst wir vor fünf Jahren für über 20.000 Euro erneuert haben, die ist höchstwahrscheinlich hinüber, hinzu kommt der Gebäudeschaden“, berichtet Müller weiter.
VBZ beauftragt für den Rasen Fachfirma
Spiel- oder Trainingsbetrieb ist auf dem Rasen derzeit auch nicht möglich. Auf dem Naturgrün liegt eine Schlammschicht, die nicht einfach abgetragen werden kann. Die im Erdreich verlegte Beregnungsanlage konnte daher bislang noch nicht getestet werden, möglicherweise ist auch sie hinüber. Der Verein hat bereits eine Fachfirma kontaktiert, die den Platz begutachten und das weitere Vorgehen in einem solchen Katastrophenfall angeben soll. „Nur kommen die aus dem Saarland, die haben nach dem Wochenende natürlich mehr als genug von solchen Anfragen“, teilt Müller mit.
Für den Verein hat das Hochwasser immense Folgen. „Wir haben keine Versicherung gegen Elementarschäden, das Gelände liegt im Hochwasser-Risikogebiet. Da versichert dich niemand ausreichend – außer für Summen, die ein Verein nie und nimmer erbringen kann.“ Auch wurde erst im vergangenen Juni die letzte Rate für den Rasenplatz überwiesen, das jetzt sei daher die Vollkatastrophe. „Aber wir werden nicht untergehen“, deutet Müller an, dass Aufgeben keine Option für die VB ist.
Beim TuS Wattweiler stand eine Wasserschicht auf dem Fußballfeld, doch laut TuS-Spielführer Niklas Körner „hat der Platz die Wassermassen gut aufgenommen, alles ist eingezogen“. Einzig in einem Kellerraum hat sich Wasser durch den Boden gedrückt, „alles in allem sind wir glimpflich davon gekommen“. Ähnliches war es in Oberauerbach: Pfützen auf dem Rasen, die versickerten, und ins Pumpenhaus drang Wasser ein, allerdings lagert der Verein dort nichts. Sowohl beim TuS Rimschweiler, der TSG Mittelbach-Hengstbach, beim TSC Zweibrücken und dem SV Battweiler gab es keine nennenswerten Probleme. In Ixheim haben die Drainagen gut mitgespielt, ebenso im Westpfalzstadion.
Werbebande beim SV Hornbach weggedrückt
Schwer erwischt hat es dagegen den SV Hornbach. SVH-Vereinschef Wolfgang Wendel war am Freitagnachmittag an Pfingsten noch im Sportheim, um die Tische für einen Pizzaabend einzudecken. Eine wenige Zentimeter hohe Wasserpfütze am Parkplatz beim Sportheim fiel ihm da auf. „Keine Seltenheit, das kommt bei Regen öfter mal vor“, erklärt er im Nachhinein. Etwa drei Stunden später war der SVH-Rasenplatz dann schon komplett vollgelaufen. „Das ging blitzartig schnell“, berichtet Wendel weiter, der sich direkt Hilfe von Vereinsmitgliedern orderte. In Absprache mit dem Heizungsbauer bauten die Helfer die elektronische Steuerung und die Gastherme im Keller des Sportheims vorsorglich ab, für den Fall, dass sie das rasant ansteigende Wasser nicht in den Griff bekommen sollten. Glücklicherweise konnten sie dank professioneller Pumpen vieles im Gebäude in Zaum halten.
„Noch anderthalb Treppenstufen haben gefehlt, dann wäre das Wasser im Gastraum gewesen“, sagt Wendel. Der Platz war da bereits ein einziger brauner See. „Diese enorme Kraft des Wassers, das hat es so noch nicht gegeben. Uns wurden die Werbebanden weggedrückt, große Holzstücke von Nachbarn wurden mitgerissen und schwammen an uns vorbei“, veranschaulicht der SVH-Vorsitzende die Situation. Glück im Unglück, dass durch die starke Strömung der mitgeschleppte Schlamm nicht auf dem Rasen liegen blieb und ihn auch noch unbrauchbar machte. „Mit einem Arbeitseinsatz haben wir den Rasen schon von allem Unrat, Geröll und Steinen befreit. Als Nächstes versuchen wir, die Pfosten wieder gerade zu bekommen und betonieren die Banden neu ein“, blickt Wendel voraus.