Worms RHEINPFALZ Plus Artikel Toter Mann mit Dynamit-Attrappen in Wohnung gefunden

Einsatzkräfte der Polizei in der Wormser Innenstadt.
Einsatzkräfte der Polizei in der Wormser Innenstadt.

Der Fund eines Toten in einer Wohnung gibt der Wormser Polizei derzeit Rätsel auf. Hinweise auf eine womöglich gefährliche Substanz bestätigten sich nicht. Ihretwegen hatten die Behörden am Dienstagnachmittag in einem Großeinsatz Teile der Innenstadt gesperrt und Anwohner evakuiert.

Am Mittwochmorgen gab die Polizei Entwarnung. Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden, sagte ein Polizeisprecher. In der fraglichen Wohnung an der Wormser Lutheranlage befand sich demnach kein Sprengstoff.

Tags zuvor hatte die Verwaltung des Mehrfamilienhauses eine Wohnung im ersten Obergeschoss wegen eines strengen Geruchs im Flur öffnen lassen, wie die Polizei weiter mitteilte. In der Wohnung befand sich demnach der schon stark verweste Leichnam eines bislang unbekannten Mannes. Ob es sich dabei um den 58-jährigen Mieter handelte, ist laut Polizei ebenso Gegenstand ihrer Ermittlungen wie die genaue Todesursache, ein Motiv eines etwaigen Verbrechens und die Hintergründe. Eine Obduktion des Leichnams soll Aufschluss geben, hieß es weiter.

Hinweisschild „Achtung Minen“

Weil die Zeugen in der Wohnung ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Achtung Minen“ gefunden hatten, hatten sie die Polizei verständigt. Die wiederum hatte am Körper des Toten und in der Wohnung Gegenstände festgestellt, die nach ihren Angaben zunächst einen möglichen Verdacht auf Sprengstoff zuließen.

Deshalb hatten am Dienstagnachmittag Einsatzkräfte einen Teil der Wormser Fußgängerzone gesperrt – Parmaplatz, Wilhelm-Leuschner-Straße und Adenauerring. Die Helfer hatten betroffene Anwohner evakuiert und warme Räume für alle bereitgestellt, die nicht privat unterkommen konnten.

„Täuschend echt“

Experten des Landeskriminalamts hatten die vermeintlichen Sprengmittel umfangreich geprüft und am frühen Mittwochmorgen letztendlich als ungefährlich eingestuft. Laut Polizei handelte es sich um „täuschend echt aussehende, vermutlich selbst hergestellte Attrappen in Form von Dynamitstangen mit entsprechender Verkabelung“.

Anschließend gaben die Behörden das Gebäude wieder frei und hoben die Sperrungen auf. Alle Bewohner des Mehrfamilienhauses seien in den frühen Morgenstunden in ihre Wohnungen zurückgekehrt.

Mehr zum Thema
x