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Mit unsichtbarer Prothese: Badeanzüge von „La Mesma“ für Brustkrebsbetroffene.
Mit unsichtbarer Prothese: Badeanzüge von »La Mesma« für Brustkrebsbetroffene.

Sich einmal keine Sorgen machen müssen, sondern einfach nur leben - „Ich bin für den Spaßfaktor da“, sagt Firmengründerin Esther Hirsch, die mit ihrer Bademode Brustkrebspatientinnen zu mehr Lebensfreude verhelfen will. Ihre Firma „La Mesma“ füllt damit eine Marktlücke.

Malika, „die Königin, der Engel“. Fayola, „die Glückliche“. Youma, „die Beschützerin“. Und vor allem Milele, „die Unsterbliche“. All diese afrikanischen Mädchennamen haben eine tiefgehende Bedeutung für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind oder mit den Folgen kämpfen. Denn ein Gefühl für Königlichkeit, Glück oder Unsterblichkeit bleibt bei diesem Kampf oft auf der Strecke.

Mit ihrer Bademode will Esther Hirsch diesen Frauen wieder ein Stück Lebensfreude zurückgeben und hat sich deshalb nicht nur über die Stoffe und Schnitte, sondern auch über die Namen ihrer Bikinis und Badeanzüge bis ins Detail Gedanken gemacht. „Ich habe mir in allem dramatisch viel Mühe gegeben, weil es ein Herzensprojekt ist“, sagt sie. „Alles soll Hand und Fuß haben.“

„Komplett und einzigartig“

Auch der Firmenname ist gut überlegt. Er vereint die Namen der drei Frauen, die für das Projekt stehen: Esther, Mariola, Karla. Daraus wurde erst „La Esma“ und schließlich durch Befragungen in der Zielgruppe „La Mesma“. „Frauen haben ihre Brust verloren oder Narben. Ich möchte ihnen Mut machen, sich trotzdem zu zeigen. Denn sie sind complete and unique – komplett und einzigartig.“

Aber bis zu dieser Akzeptanz war es auch bei Hirsch ein langer Weg. Zwei große Operationen, bei denen ihr Leben auf der Kippe stand, pflastern diesen Weg. Ebenso drei Geburten, nach denen sich der Körper verändert hat, und Sportverletzungen mit Narben. Aber auch ein Knoten in der Brust, der jahrelang als unbedenklich eingestuft wurde.

„Nach außen sah es niemand“

Nach rund zwei Jahren entzündete sich dieser Knoten und eines Tages, als sie auf der Couch saß, platzte er. Blutvergiftung, Unfallklinik – „alles entzündete Gewebe musste raus“. Übrig blieben ein Viertel der einen Brust und die Brustwarze. Neun Jahre erzählte Hirsch außer ihrer Familie und ihrer besten Freundin niemandem etwas davon und zog sich unter anderem aus dem Sport zurück. „Ich hatte eine Prothese. Nach außen hin sah es also niemand.“

Für Männer sei es ein Schock, wenn Frauen ihre Brust verlieren. Frauen werden über ihre Brüste als weiblich definiert. Deshalb entscheiden sich manche Frauen dafür, ihre Brüste trotz der Gefahr, dass der Krebs wiederkommt, nicht komplett entfernen zu lassen. Esther Hirsch selbst hat viel über das Thema nachgedacht und kommt zu dem Schluss: „Wie ich bin, bin ich.“

„Brutal altmodisch“

2021 hatte Hirsch ein Schlüsselerlebnis. Auslöser war ein Urlaub in Spanien. „Wo finde ich einen Bikini?“, fragte sie sich und klapperte die Sanitätshäuser ab. „Brutal altmodisch!“, war ihr ernüchterndes Fazit. „Da fühle ich mich noch älter als 54, wie 70.“ So entstand die Idee einer eigenen Firma. „Wenn man nicht betroffen ist, käme man nie auf die Idee, dass das ein Thema ist.“ Also fing sie an zu überlegen: Welche Prototypen soll ich entwickeln? Welche Modelle? Wie soll die Prothese gehalten werden? Außerdem waren ihr Qualität und die Anfertigung in Europa wichtig. Deshalb lässt sie jetzt alles, von der Anfertigung über Fotos, Organisation von Modenschauen bis hin zu den Texten, von Profis erledigen.

Das hat seinen Preis: 145 Euro kostet der Badeanzug „Milele“. Dafür bekommen ihre Kundinnen, die sie stets in ihre Überlegungen miteinbezieht, auch die gewünschte Farbe Pink: „Das ist die Farbe für Brustkrebs.“ Sie hört auf die Vorschläge der „Mädels“, denn so könne sie ihre Modelle verbessern. Und die Verpackung ist nicht nur eine Tüte, sondern wirke wie ein Geschenk, meinen ihre Kundinnen. Hirschs Ansatz für den Halt der Prothese ist neu: Sie schiebt man nicht seitwärts in die Tasche rein, sondern oben. „Da kann sie nicht rausfallen. Außerdem ist der Netzstoff sehr fest, um sie zu halten, und das Futter samtweich.“ Mittlerweile knüpft die Firmengründerin auch Kontakte ins Ausland. „Von anderen Ländern kann man viel lernen.“ Ihr Ansporn sind ihre Kundinnen: „Die Reaktionen sind so schön.“

Kontakt

Telefon 0152 08582198 oder E-Mail an info@la-mesma.com sowie über die Internetseite https://la-mesma.com.

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