Worms Leichenfund: Obduktion liefert keine neuen Erkenntnisse
Nach dem Leichenfund während eines Großeinsatzes in Worms hatte die zuständige Mainzer Staatsanwaltschaft die Obduktion des Leichnams beantragt. Wie die Behörden jetzt mitteilen, ließ sich dabei keine genaue Todesursache feststellen.
Weil das Ergebnis eines DNA-Abgleichs noch fehle, sei zurzeit noch keine endgültige Aussage zur Identität des Toten möglich, heißt es weiter. Die Vermutung, dass es der Mieter der Wohnung sei, beruhe auf „derzeitigem Kenntnisstand“. Die Staatsanwaltschaft hat die Wormser Kriminalpolizei mit weiteren Ermittlungen beauftragt. Zudem stünden noch ergänzende rechtsmedizinische Untersuchungen aus.
Teile der Innenstadt gesperrt
Polizisten hatten den Mann während eines Großeinsatzes am Dienstag vergangener Woche gefunden. Wegen Hinweisen auf eine womöglich gefährliche Substanz hatten die Behörden Teile der Wormser Innenstadt gesperrt und Anwohner evakuiert. Zuvor hatte die Verwaltung eines Mehrfamilienhauses an der Lutheranlage eine Wohnung im ersten Obergeschoss wegen eines strengen Geruchs im Flur öffnen lassen. In der Wohnung befand sich der schon stark verweste Leichnam eines bislang unbekannten Mannes. Von der angeordneten Obduktion hatte die Staatsanwaltschaft sich nach damaligen Angaben nicht nur Aufschluss zu dessen Identität erhofft, sondern auch Erkenntnisse zu Motiv und Hintergründen im Falle eines Verbrechens.
Weil Zeugen in der Wohnung ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Achtung Minen“ gefunden hatten, hatten sie die Polizei verständigt. Die wiederum hatte am Körper des Toten und in der Wohnung Gegenstände festgestellt, die nach ihren Angaben zunächst einen möglichen Verdacht auf Sprengstoff zuließen.
Anwohner evakuiert
Deshalb hatten am Dienstagnachmittag Einsatzkräfte einen Teil der Wormser Fußgängerzone gesperrt – Parmaplatz, Wilhelm-Leuschner-Straße und Adenauerring. Die Helfer hatten betroffene Anwohner evakuiert und warme Räume für alle bereitgestellt, die nicht privat unterkommen konnten.
Experten des Landeskriminalamts hatten die vermeintlichen Sprengmittel umfangreich geprüft und am frühen Mittwochmorgen letztendlich als ungefährlich eingestuft. Laut Polizei handelte es sich um „täuschend echt aussehende, vermutlich selbst hergestellte Attrappen in Form von Dynamitstangen mit entsprechender Verkabelung“. Am Mittwochmorgen voriger Woche hatte die Polizei Entwarnung gegeben. Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden, so ein Polizeisprecher. Anschließend hatten die Behörden das Gebäude wieder freigegeben und die Sperrungen aufgehoben. Alle Bewohner des Mehrfamilienhauses waren in ihre Wohnungen zurückgekehrt.