Worms
Erhalt alter Schätze
In der Zeit zwischen 1486 und 1516 entstanden insgesamt sechs gotische Reliefs, die Szenen aus dem Leben Jesu zeigen. Sie schmückten einst die Schildwände des romanischen Kreuzgangs des Wormser Dom-Neubaus, der um 1130 unter Bischof Burchard II. begonnen hatte. Nach einem Brand 1813 wurde der Kreuzgang 1830 abgebrochen.
Fünf der sechs Reliefs – eines war offenbar so stark zerstört, dass man es nicht erhielt – wurden 1821 zunächst in der Nikolauskapelle des Doms aufgestellt. In den Jahren 1924 und 1930 kamen sie an ihren heutigen Aufstellungsort im nördlichen Seitenschiff. Laut Dombauverein gehören die Reliefs zu den größten Schätzen des Wormser Doms.
Große Schäden erlitten
Jedoch hätten sie in den zurückliegenden Jahrhunderten große Schäden erlitten, schreibt der Verein auf seiner Internetseite. Häufig fehlten Gliedmaßen der Figuren. Manche Fehlstellen seien mit Gips notdürftig „geflickt“. „Bei einigen Figuren scheint es, als ob ihnen nachträglich ein neuer Kopf oder eine Gliedmaße auf- oder angesetzt worden sei. Andere Figuren passen optisch überhaupt nicht an ihren heutigen Standort, so als seien sie später eingefügt worden“, heißt es weiter.
Nach Angaben des Dombauvereins hätten Voruntersuchungen für die Sanierung aller fünf Steinarbeiten Kosten von über 800.000 Euro ergeben. Daher ist die Restaurierung vorerst nur für zwei Reliefs – „Verkündung“ und „Wurzel Jesse“ – angelaufen. Im Rahmen der aktuellen Maßnahme werden sie schonend gereinigt, gefestigt und restauratorisch gesichert, um ihre künstlerische Substanz dauerhaft zu bewahren. Jüngst hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die den Dom seit 2002 unterstützt, 30.000 Euro für die Arbeiten bereitgestellt. Einige Tage zuvor hatte der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling einen Förderbescheid über ebenfalls 30.000 Euro übergeben.