Worms Backfischfest lockt mit vollem Programm
Das Backfischfest, 1933 als Fest für alle und Anziehungspunkt für das Wormser Umland aus der Taufe gehoben, war von Beginn an in den Rahmen der Tradition gegossen. Zu erkennen ist das schon bei der Eröffnung am Samstag, 30. August, 15.15 Uhr, auf dem Wormser Marktplatz: Dann gehen die Amtsgeschäfte vom Oberbürgermeister auf den „Bojemääschter vun de Fischerwääd“ über – ähnlich wie bei der Fasnacht.
Dabei „bestechen“ die Fischer den OB mit Fisch – in früheren Zeiten eine von der Obrigkeit auferlegte Abgabe – gewissermaßen die Gebühr, etwa um zu feiern. Dieser Auftakt ist im Laufe der Jahre um zusätzliche Anklänge ans Brauchtum erweitert und somit inzwischen recht umfangreich geworden – aber auch kurzweilig.
Umzug mit über 100 Beiträgen
Als ein Höhepunkt des Festes gilt der Umzug sonntags ab 14 Uhr. Über 100 Beiträge kündigt die städtische Kultur- und Veranstaltungsgesellschaft als Veranstalterin des Volksfestes an. Auch auf dem Festplatz am Rhein gibt es viel zu sehen und zu erleben: neben den typischen Rummelplatzständen etwa aufregende, aber auch ruhige Fahrgeschäfte für Groß und Klein. Zum ersten Mal dabei ist in diesem Jahr die Geisterbahn „Fahrt zur Hölle 2.0“. Tradition haben auch die „Backfisch-Gaadewertschafte“ – denn Backfische – ob junge Mädchen oder knusprige Fische – gehören seit nun fast 100 Jahren zum Fest.
Wer mit Bus und Bahn nach Worms und zum Volksfest kommt, kann die Fahrt vom Bahnhof zum Festgelände in einem historischen Bus der 1980er-Jahre genießen. Genauer gesagt sind es drei Mercedes-Benz-Busse des Typs O 307 in den Farben Himbeerrot und Ginstergelb. Die kommen laut Interessengemeinschaft Bahnbus – da weder klimatisiert noch barrierefrei – jeweils bei jeder zweiten Fahrt zum Einsatz.
Weinproben im Keller und im Riesenrad
Untrennbar mit dem Fest verbunden ist auch der Wein. Bei einer Weinstadt wie Worms – laut Verwaltung die drittgrößte Weinbau treibende Kommune in Deutschland – selbstverständlich. So bietet der Wonnegauer Weinkeller täglich Wein und Unterhaltung. Traditionell ist eine große Wein- und Sektprobe mit über 400 Kostproben am Montag, „Hagens Weinschatz“ genannt. Eine Weinverköstigung mit rheinhessischen Weinmajestäten gibt es zudem im Riesenrad – allerdings sind dafür alle drei Rundfahrten schon ausgebucht.
Unabhängig von den Attraktionen auf dem Festplatz haben die Besucher jeden Tag die Qual der Wahl bei vielen besonderen Angeboten wie dem beliebten Wormser Abend am Backfischfestdienstag. Dabei treten unter anderem die Galionsfiguren des Festes, Akteure des Wormser Carneval Clubs und die vielfach ausgezeichneten Tänzer der „Rockin’ Wormel Worms“ auf. Darüber hinaus laden der Fischerwääder Frühschoppen am ersten Sonntag, die Fischerwääder Kerb am Mittwoch und die Kinderolympiade mit Lampionumzug am Freitag in die Große Fischerweide ein – eben jene Fischerwääd, das einstige Quartier der Fischerzunft. Den Abschluss des Festes am Sonntag, 7. September, bilden ein großes Höhenfeuerwerk am Abend und Brauchtum am späten Nachmittag. Seit 1949 gibt es im Wormser Floßhafen das Fischerstechen – ein mittelalterliches Kampfspiel, um Wassergeister für reiches Fangglück zu beschwören. Aber auch Jedermann kann es versuchen, die Gunst der Wassergeister bei einem zweiten Wettkampf für sich zu erringen: dem Entenrennen, das bereits am frühen Nachmittag angesetzt ist.
Zur Sache
Das Wormser Backfischfest ist täglich, 14 bis 2 Uhr (sonntags ab 12 Uhr), geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter der Internet-Adresse www.backfischfest.de/backfischfest/programm/termine.