Worms
Backfischbraut Kathinka Trapp: Ein Traum ist wahr geworden
Von Christina Eichhorn
Zur Tradition des Wormser Backfischfests gehört seit der ersten Ausgabe 1933, dass die Wormser Fischerzunft aus dem Quartier Fischerweide – 1106 gegründet und eine der ältesten Zünfte Deutschlands – und ihr „Bojemääschter“ samt seiner jährlich gekürten Backfischbraut das Fest sowie später hier und da auch die Stadt repräsentieren. Seit 2009 ist Markus Trapp der „Bojemääschter vun de Fischerwääd“ – und die „Neue“ an seiner Seite ist seine Tochter Kathinka Trapp.
Sie tritt damit in die Fußstapfen ihrer Großmutter, die 1955 Backfischbraut war. Kathinka Trapp ist quasi mit der Tradition rund um Fischerweide und Backfischfest aufgewachsen. Eine davon ist etwa das Trinken aus einer hölzernen Schöpfkelle, dem Handnirsch. Allerdings wird damit nicht Wasser aus einem Fischerboot geschöpft, sondern – so will es das Ritual der Fischer – Wein genossen. „Ein trockener Riesling muss es sein“, betont Kathinka Trapp ihre Vorliebe.
Ziel der Zehnjährigen: Backfischbraut 2017
Schon mit zehn Jahren wusste sie: „Ich werde Backfischbraut“. Sogar das Datum stand fest. „Meine Mutter hat mir zum Fest 2008 das Kleid der Backfischbraut nachgenäht, und auf der Schärpe stand Backfischbraut 2017“, erinnert sich Kathinka Trapp. Daraus wurde erst mal nichts. Denn die heute 23-Jährige absolvierte damals gerade ihre Ausbildung bei der örtlichen Sparkasse – nebenbei einer der Hauptsponsoren des Fests. Dann kam Corona.
Aber jetzt ist es so weit. „Ich freue mich riesig. Damit ist ein Traum aus Kindertagen wahr geworden“, sagt sie. Freunde, Verwandte und die Eltern seien natürlich stolz. „Und sie unterstützen mich alle“, freut sich Kathinka Trapp.
Coronasicheres Homeoffice vor dem Volksfest
Was auf sie zukommt als Backfischbraut, das weiß sie ganz genau: Zum Beispiel bei der Eröffnung eine Rede vortragen oder bei Kerwebesuchen kleine Ansprachen halten. Das Backfischfest muss sie neun Tage durchstehen. „Da ist jeden Tag von morgens bis abends was los. Es wird anstrengend“, weiß sie. In der Zeit vor und nach dem Volksfest sollte sie mit dem Gemeinderat der „Fischerwääder“ oder ihrem „Bojemäschter“ auch einige Kerwen besuchen. „Das ist kein Zwang, ich kann mir die Feste selbst aussuchen, die ich gerne besuchen möchte“, erläutert sie.
Über das komplette Backfischfest hat sie sich schon mal Urlaub genommen. Und die Woche davor für den Dienst im Homeoffice freistellen lassen. Kathinka Trapp ist vorsichtig: „Ich möchte kein Risiko eingehen und mich möglicherweise mit Corona anstecken. Und wenn, dann erst im Herbst.“