Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zum Neustart ein Derby nach neuen Regeln

Will am Sonntag gegen ihre Schwester treffen: die Lingenfelderin Anne Bechtel (mit Ball).
Will am Sonntag gegen ihre Schwester treffen: die Lingenfelderin Anne Bechtel (mit Ball).

Spiel der Woche:Nach einer Woche Pause werden am Wochenende wieder Tore geworfen. Die Mannschaften haben mehrheitlich dafür gestimmt. Jetzt gilt die 2G-plus-Regel im Pfalzliga-Derby zwischen den Frauen der HSG Lingenfeld/Schwegenheim und denen der FSG Neuhofen/Waldsee.

Wenn in der Frauenhandball-Pfalzliga am Sonntag um 18 Uhr die HSG Lingenfeld/Schwegenheim und die FSG Neuhofen/Waldsee zum Derby antreten, ist das ein Neustart. Denn erstmals gilt dann für alle in der Sporthalle Schwegenheim die 2G-plus-Regel. Zuschauen kann nur, wer mit einem tagesaktuellen Testzertifikat anreist. In der Halle kann keine Testmöglichkeit angeboten werden.

Nach einer Befragung stimmte die Mehrheit der Mannschaften in der Pfalz für die Fortsetzung der Saison unter den seit vergangener Woche geltenden Rahmenbedingungen. Für HSG-Coach Jan Burgard sind diese „ein schwieriges Thema, zu dem es auch innerhalb der Mannschaft Diskussionen gibt“. Er hält aber 2G plus für eine machbare Strategie. Für Burgard wäre eine Unterbrechung der laufenden Runde mit deren Abbruch gleichzusetzen gewesen. „Denn Anfang kommenden Jahres werden die Zahlen bestimmt nicht niedriger sein und man könnte frühestens im März wieder spielen“, mutmaßt er. Bei einer solch langen Pause würden erneut Spielerinnen dem Handball verloren gehen. Und ein Einstieg in den Spielbetrieb ohne vorherige Vorbereitung würde das Risiko für Verletzungen deutlich erhöhen.

Hoher Aufwand

Von einer Hallenschließung durch die Kommunen hält er nichts: „Das Ganze wird dann wieder auf dem Rücken von Kindern und Jugendlichen ausgetragen, für die der Sport und die sozialen Kontakte für ihre Entwicklung so enorm wichtig sind.“ Er hofft, dass die Fans den Aufwand für das Testen auf sich nehmen und seine Schützlinge unterstützen. Bei seinen Frauen sei die Stimmung nach zuletzt vier Siegen in Folge sehr gut.

„Mein persönliches Gefühl ist, dass die Leute vorsichtiger geworden sind und Kontakte vermeiden wollen. Das wirkt sich natürlich auf die Zuschauerzahlen aus“, meint Gäste-Übungsleiter Yannick Adrian. Er geht davon aus, dass die Zuschauerzahlen stark zurückgehen werden. Denn das Testen vor Ort sei für die Clubs mit einem hohem Aufwand verbunden und die Teststationen seien derzeit überlaufen. Hoffnung setzt er auf den Anstieg der Boosterquote beim Impfen.

Das Schwesternduell

Sportlich gesehen will Burgard die Serie in eigener Halle fortsetzen. Besonders der rechte Flügel mit Lena Bringsken und Kim Knittel sowie die Tempogegenstöße der FSG seien aber zu beachten. Die Gäste sollen zu Fehlern gezwungen werden, damit die Einheimischen mit schnellem Spiel nach vorne und sicheren Torabschlüssen profitieren. Auch zwischen den Pfosten hat Burgard mit Carolin Claus und Lina Bechtel, die im Schwesternduell gegen Anne Bechtel nicht den Kürzeren ziehen will, eine gegnerische Stärke ausgemacht. Annika Sauerbrunn fehlt bei der HSG verletzt.

Neuhofen/Waldsee läuft in Bestbesetzung auf. Adrian und die Seinen möchten ebenfalls an die guten Leistungen der beiden jüngsten Partien (3:1 Punkte) anknüpfen. „Ich bin davon überzeugt, dass auch der Angriff jetzt langsam in die Spur findet und wir uns speziell dort noch einmal steigern werden“, sagte er. Lingenfeld/Schwegenheim gehört für ihn zu den drei Topteams der Liga und stelle eine der besten Angriffsreihen. „Um dort trotzdem zu punkten, müssen wir unsere gute Deckungsleistung vom Spiel bei der HSG Trifels wiederholen und es schaffen, den Ball im Angriff noch etwas flüssiger laufen zu lassen“, so der FSG-Trainer.

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