Speyer / Neustadt / Köln RHEINPFALZ Plus Artikel Zum 225. Geburtstag von Johannes von Geissel

Vor einem Bild des Speyerer Dom: Bischof Johannes von Geissel.
Vor einem Bild des Speyerer Dom: Bischof Johannes von Geissel.

Am 5. Februar vor 225 Jahren wurde in Gimmeldingen Johannes Geissel geboren. Er war der vierte Bischof des neu gegründeten Bistums Speyer und ein bedeutender Kirchenmann. Er blieb am Rhein, aber nicht in der Pfalz.

Genau genommen stammte Geissel aus dem Dorf Lobloch, das allerdings schon im 18. Jahrhundert Teil von Gimmeldingen wurde. Am 5. Februar 1796 wurde er dort als ältester Sohn eines katholischen Winzers und dessen evangelischer Ehefrau geboren. Er besuchte die Lateinschulen in Neustadt und Speyer und studierte katholische Theologie am Priesterseminar Mainz. Schon im August 1818 empfing er die Priesterweihe. Er war zunächst als Kaplan und Religionslehrer tätig, ab 1819 in Speyer. 1822 wurde er dort mit 26 Jahren Domkapitular.

1836 übernahm er als Domdechant dessen Vorsitz, bevor er im folgenden Jahr von Papst Gregor XVI. zum Bischof von Speyer ernannt wurde. Er war der erste Pfälzer als Oberhirte des nun noch die Pfalz und die Saarpfalz umfassenden neuen Bistums Speyer.

Verfasser einer Dom-Geschichte

„Während seiner Amtszeit förderte Geissel insbesondere den Ausbau des katholischen Bildungswesens und verfasste als korrespondierendes Mitglied der bayrischen Akademie der Wissenschaften eine Vielzahl historischer Texte. Insbesondere seine dreiteilige und 850 Seiten umfassende Geschichte des Speyerer Kaiserdoms fand noch über seinen Tod hinaus Anerkennung. Hierbei gelang es ihm anhand mittelalterlicher Schriftquellen das Jahr 1027 als Gründungsdatum zu ermitteln“: Das steht über Geissel im aktuellen Newsletter des Domkapitels Speyer.

1835 schrieb Geissel auch ein Buch über „Die Schlacht am Hasenbühl und das Königskreuz zu Göllheim“. Die beiden Kontrahenten jener Schlacht, Adolf von Nassau und Albrecht von Österreich, haben übrigens im Dom zu Speyer ihre letzte Ruhe gefunden.

„Erde, singe“

1839 erhob der bayerische König Ludwig I. Johannes Geissel in den persönlichen Adelsstand. 1842 wurde er zum Koadjutor des Kölner Erzbischofs Clemens August Droste zu Vischering bestimmt, dessen Nachfolge er 1845 übernahm. 1850 schließlich wurde er von Papst Pius IX. zum Kardinal ernannt. Noch als Koadjutor legte er zusammen mit dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. am 4. September 1842 den Grundstein für den Weiterbau des Kölner Doms, dessen Langhaus und Querschiff er 1863 einweihen konnte. Im folgenden Jahr starb Erzbischof Johannes von Geissel und wurde in der Gruft des Kölner Doms beigesetzt.

Johannes von Geissel ist auch der Schöpfer des Textes zu dem für Weihnachten gedachten Kirchenlied „Erde, singe“, das sich von alters her im Bistum Speyer sehr großer Beliebtheit erfreute und erfreut. Es war in der ersten Fassung des Gesangbuchs „Gotteslob“ „nur“ im Speyerer Anhang zu finden, in der zweiten Version steht es als Nummer 411 im Hauptteil.

Ein Oberhirte aus der Pfalz: Johannes von Geissel.
Ein Oberhirte aus der Pfalz: Johannes von Geissel.
So wie hier 2017 Kardinal Meisner wurde auch Erzbischof und Kardinal Johannes von Geissel in der Gruft des Kölner Doms bestattet
So wie hier 2017 Kardinal Meisner wurde auch Erzbischof und Kardinal Johannes von Geissel in der Gruft des Kölner Doms bestattet.
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