Speyer Zuhause für Wildbienen
Seit etwas über einem Jahr gibt es den Förderverein für Landschafts- und Umweltschutz in Otterstadt und Waldsee (FLUOW). Am Samstag hat er seine erste sichtbare Marke am Wegesrand gesetzt: Ein Insektenhotel wurde auf einer Obstwiese zwischen den beiden Gemeinden angebracht. Weitere sollen folgen.
Gut drei Wochen, schätzt Eugen Kluger, habe er an dem Modell gebaut, das Insekten und vor allem Wildbienen als Heim dienen soll. Einen Meter breit und gut 70 Zentimeter hoch ist der rechteckige Bau, der aus reinen Naturmaterialien zusammengezimmert wurde. „Ich habe mir Schilfrohrmatten gekauft und die Drähte auseinandergezwickt. Allein das hat einige Stunden in Anspruch genommen“, schildert Kluger die Vorbereitungsphase. Verschieden lang sind die Schilfrohrstängchen, die er einzeln auf den mit Acryl bespritzten Untergrund angeordnet hat. Drei große Totholzklötze sind im unteren Bereich des Hotels eingebaut. „Dort können sich die Wildbienen ihr Zuhause hineinbohren“, erklärt Kluger. Unter dem Insektenhotel aufgetürmt liegt weiteres Totholz auf der Erde. Darin sollen sich andere Insekten einnisten. „Wir wollen ja eine Vielfalt herstellen“, verdeutlicht Eugen Kluger das Ziel. Auslöser für den Bau des Hotels war ihm zufolge die Tatsache, dass der Insektenbestand in den vergangenen Jahren um 70 Prozent zurückgegangen sei. Dieses Problem sei in den vergangenen Monaten ja schon vielfach öffentlich diskutiert worden, sagt Kluger. Er und die anderen elf Vereinsmitglieder seien froh, dass die Gemeinde das Gelände zum Aufstellen eines Insektenhotels zur Verfügung gestellt habe. Weitere Unterstützung ist laut Eugen Kluger bereits angekündigt: „Es sollen Wildblumensamen gesät werden.“ Im Zusammenspiel mit der jetzt aufgestellten Nistmöglichkeit hoffen alle, dass die Insekten ihre Unterkunft auch tatsächlich annehmen. „Wir werden die Entwicklung beobachten“, versichert der Erbauer. Es sei geplant, weitere Insektenhotels in den Gemeinden aufzustellen. Mit der Premiere wolle der Verein ein Signal aussenden für die Förderung der Artenvielfalt und für den Naturschutz. Eugen Kluger ist überzeugt: „Es muss etwas geschehen.“