Beim Stadtradeln dabei RHEINPFALZ Plus Artikel Zimmertheater will Blicke auch auf eigene Situation lenken

Oliver Hauck
Oliver Hauck

Auf 98 Teams mit 1527 Radlern ist die Speyerer Stadtradel-Gemeinschaft schon angewachsen. Bis zum 30. September läuft die Aktion noch in der Domstadt. Angeführt von Oliver Hauck ist auch das Team Zimmertheater dabei. Der Teamkapitän radelt täglich zur Arbeit. Das Stadtradeln ist für ihn auch Vorbereitung auf eine besondere Tour – und Gelegenheit zu Kritik.

Derzeit bereitet sich Oliver Hauck auf eine Langstreckenfahrt vor. Anfang nächsten Jahres möchte er seine Schwester in Düsseldorf besuchen. Für den 48-Jährigen kommt die Stadtradel-Aktion deshalb wie gerufen. „Denn solch eine Fahrt klappt natürlich nicht ohne Vorbereitung.“ 6000 Kilometer hat er in diesem Jahr schon absolviert. Weil er zum Start der Stadtradel-Aktion aber im Urlaub in Südtirol weilte, konnte er bislang für das Team Zimmertheater noch nicht ganz so viele Kilometer sammeln.

Doch das möchte der Team-Kapitän in den kommenden Tagen noch ändern. Denn rund 33 Kilometer steuert Oliver Hauck allein jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit bei, wenn er mit dem Rad von seinem Wohnort Gommersheim zur BASF nach Ludwigshafen fährt. Am Abend kommt noch einmal die gleiche Anzahl hinzu. Rund eine Stunde länger als mit dem Auto braucht er auf diese Weise. „Aber das ist mir die Zeit allemal wert“, sagt er.

Beispiel nehmen an Holland

Bei der Fahrt mit dem Rad könne er jedes Mal sehen, wie stark der Autoverkehr in den vergangenen Jahren zugenommen habe. „Ich sehe auch täglich, wie wenig Verständnis Rad- und Autofahrer füreinander aufbringen“, erzählt Hauck. Die Infrastruktur für Radfahrer rund um Speyer hält er für ausbaufähig. „Andere Länder wie beispielsweise Holland haben das viel besser gelöst“, meint Hauck. Die geplanten Radschnellwege in der Metropolregion Rhein-Neckar hält der Gommersheimer aber für „einen guten Anfang“.

An der Stadtradel-Aktion nimmt Oliver Hauck bereits zum dritten Mal teil. Zum ersten Mal aber mit dem Speyerer Zimmertheater, das er unterstützt und bei dem er nun als Team-Kapitän dafür sorgte, dass eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine gestellt wurde. Knapp 3500 Kilometer haben die 20 Radler bereits zusammengetragen. Damit ist Oliver Hauck mehr als zufrieden. „Jeder Kilometer zählt, völlig egal, wie viel am Ende zusammenkommen“, meint er.

Werbung in der Krise

Mit der Teilnahme an der Stadtradel-Aktion will das kleine Theater auch ein bisschen Werbung und auf seine derzeitige Situation aufmerksam machen. Denn wie bei allen Kulturschaffenden hat auch das Zimmertheater unter der Corona-Pandemie zu leiden. Vorstellungen mussten abgesagt oder verschoben werden.

Kilometer mit dem Rad sammelt Hauck auch gerne in seiner Freizeit. Dann steuert er gemeinsam mit seiner Frau Vinotheken oder Weinstuben in der Pfalz an. „Oft fahren wir dann auch nur die einfache Strecke, essen am Ziel etwas und fahren mit dem Zug zurück“, erzählt er. Erst kürzlich führte ihn sein Weg zum Essen sogar bis nach Frankreich. Um 5 Uhr morgens ging es los, um 11 Uhr zum späten Frühstück kam Hauck in Straßburg an. „Das war quasi schon einmal die Teststrecke“, erzählt er mit Blick auf die geplante Fahrt nach Düsseldorf.

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