Speyer Zarte Prinzessinnen
Seit 20 Jahren gibt es die Gemälde von Vladimir Smahtin in der Galerie ART2 Kunstraum in Speyer. Der Künstler ist mittlerweile zurück in seine russische Heimat gezogen. In einer letzten Verkaufsausstellung zeigt die Galerie ab heute, 11 bis 14 Uhr, seine Werke und.
Vladimir Smahtin wurde 1955 in Moskau geboren. Seine Karriere begann er etwa Mitte der 1980er-Jahre, nach einem Kunststudium von zwei Jahren, das er aber nicht abschloss. Später ging er nach Deutschland, wo er sich nach mehreren Zwischenstationen in Ludwigshafen niederließ. Es sind 25 Frauenbildnisse zu sehen, alle Öl auf Leinwand. Smahtin trägt sechs, sieben Schichten Farbe mit dem Spachtel auf und bearbeitet sie später nach, indem er etwa die Haare mit eingeritzten Rillen hervorhebt. Seine Frauen verkörpern keine Individuen, sondern einen weiblichen Archetypus, anmutig und graziös und aufs Wesentliche beschränkt: langgezogene Gesichter mit großen, eckigen Augen und rundem, sinnlichen Mund, mit reichem Haar, langem schlankem Hals, sehr schmaler Wespentaille und runden Hüften und Busen. Innerhalb dieser Stilisierung sind die Varianten groß in der jeweiligen Haltung und den Farben. Die Bilder wirken „russisch“, und man braucht eine Weile, bis man weiß, warum: Die Farben sind dunkel, aber trotzdem sehr satt. Die Bilder haben keine Perspektive, sondern die Figuren treten zweidimensional aus einem oft geheimnisvoll wirkenden, mit Mustern reich verzierten Hintergrund hervor. Märchenprinzessinnen könnten sie alle sein in dieser Zartheit, Traumbilder, abgehoben vom realen Alltagsleben. Gleichzeitig greifen sie Gestaltungsprinzipien der russischen Ikonen auf mit dem Verzicht auf Perspektive und stattdessen dem reich mit Ornamenten gestalteten, geheimnisvollen und farbensatten Hintergrund. Moderne Frauen-Ikonen könnte man sie nennen. Die Bilder habe er in den Jahren viel verkauft, erzählt Peter Wilking, Inhaber der Galerie. Es gebe regelrechte Sammler nicht nur in Deutschland, sondern auch in die Schweiz und nach Frankreich sei nach Ausstellungen, etwa in St. Moritz oder der Bühler Höhe, sehr viel verkauft worden. Termine Die Bilder – der Galerist gibt Kaufinteressenten einen Preis-Nachlass von 50 Prozent – sind ab heute bis zum 30. April in der Galerie ART 2 Kunstraum, im Kornmarkt zu sehen zu den üblichen Öffnungszeiten Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag bis 16 Uhr.