Speyer
Wohnungsmarkt: Das fordern die Stadtrats-Parteien
Welches ist der dringendste Handlungsbedarf auf dem Speyerer Wohnungsmarkt? Das hat die RHEINPFALZ die Fraktionen im Stadtrat gefragt. Schon die kurzen Antworten, um die Politiker gebeten wurden, lassen sehr unterschiedliche Herangehensweisen deutlich werden.
Die CDU fordert etwa die Versorgung der Speyerer „mit ausreichend und vor allem auch ausreichend bezahlbarem Wohnraum“, wie Fraktionsvorsitzende Axel Wilke sagt. Die Partei stehe zum Ziel, bis 2030 den Neubau von circa 2200 Wohneinheiten für alle Bevölkerungsschichten zu ermöglichen, wie im „Bündnis für bezahlbares Wohnen“ vereinbart. „Ganz zentral ist dabei die Rolle der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewo. Sie allein wird das, was wir wollen, aber nicht schaffen können. Der private Wohnungsbau muss daher noch stärker gefördert werden“, betont Wilke.
Flexible Lösungen gefordert
Auch die SPD betont den Bedarf an neuem Wohnraum. Sie fordert dafür laut Fraktionssprecher Walter Feiniler flexible Lösungen. Dazu gehörten neue Formen im Geschosswohnungsbau oder Partnerschaften für Baulandentwicklung, wie er beispielhaft anführt. Die soziale Wohnraumförderung müsse weiterentwickelt werden und auch das Wohnumfeld in den Blick nehmen, so der Sozialdemokrat: Hier seien Grünanlagen, öffentliche Toiletten oder auch Bewegungsangebote für ältere Menschen wichtige Stichworte.
„Soziale Innovationen im Wohnbereich“ sind der Vorschlag der Grünen. Sie seien der richtige Weg, weitere Versiegelungen der falsche, so die Sprecherinnen Hannah Heller und Jana Dreyer. Ältere Menschen, die alleine in großen Häusern leben, könnten Alternativen wie generationsübergreifende Viertel schmackhaft gemacht bekommen. „Dadurch würde bestehender Wohnraum für größere Familien nutzbar, ohne dass wir neu bauen müssen.“ Auch das Viernheimer Modell „Vermiete doch an die Stadt!“ biete Potenzial, so die Grünen. Die Kommune kümmere sich dann um die Bewohner.
Themenschwerpunkt in der Zeitung
„Wer in Speyer arbeitet, muss es sich auch leisten können, hier zu wohnen“, lautet das Credo der Linken. Sprecher Aurel Popescu sieht daher in der von seiner Fraktion beantragten Zweckentfremdungssatzung den wichtigsten Handlungsbedarf: Konsequent angewendet, sei diese das richtige Instrument, um vor Leerstand, Spekulation und Umwidmung von Wohnraum in Ferienappartements zu schützen. So blieben die Viertel durchmischt und der Preisanstieg könnte zumindest gebremst werden, erwartet Popescu.
Die Datensammlung in der Grafik wie die Einschätzungen der Parteien geben Hinweise auf die Vielfalt des Themenfelds „Wohnen in Speyer“. Dieser RHEINPFALZ-Report vertieft einzelne Aspekte. Verschiedene Autoren haben dafür aktuelle Problemlagen und Lösungsansätze recherchiert. Die Ergebnisse lesen Sie in den kommenden Wochen in der „Speyerer Rundschau“.