Speyer Wohnungen in St. Ludwig angedacht
Die Stadt führt derzeit Gespräche mit dem Bistum über den Kauf eines Teils des Geländes des Bistumshauses St. Ludwig in der Innenstadt. Das bestätigt Oberbürgermeister Hansjörg Eger auf Anfrage der RHEINPFALZ. Das Bistum drückt sich diesbezüglich vage aus.
„Es ist noch nichts in Stein gemeißelt, aber wir haben mit dem Bistum schon Gespräche geführt. Wir überlegen, wie wir für Teile des Geländes mit dem Gemeinnützigen Siedlungswerk oder der Gewo eine entsprechende Wohnnutzung hinkriegen“, teilt Eger weiter mit. Zudem werde es sicher Gespräche geben, wie der Rest der Gebäude dem freien Markt zuzuführen sei. Bedeutet: der Verkauf an einen privaten Investor, der das Gelände unter Umständen auch für höher preisige Mietwohnungen nutzen könnte. Wie groß die jeweiligen Stücke ausfallen, ist noch nicht geklärt. Das Bistum hatte den Verkauf des Geländes Mitte März angekündigt (wir berichteten). Es hatte zuvor nach eigenen Angaben eine Million Euro in Planungen investiert. Letztlich stellte sich heraus, dass das notwendige Geld fehlt. Zwischen 14 und 15 Millionen Euro hätte der Umbau letztlich gekostet. Nun soll aus kirchlicher Sicht das Priesterseminar St. German als Tagungsort für sechs bis sieben Millionen Euro gestärkt werden. Die Stadt hat noch ein weiteres Interesse: „Die Frage, wie die zu entweihende Ludwigskirche später genutzt wird, ist nicht ganz einfach. Die Stadt könnte sich aber ein Begegnungszentrum, ein Kulturzentrum oder ein Ort der Ruhe dort vorstellen“, sagt Eger. Es werde auch überlegt, ob und wie man eine räumliche Verbindung zur evangelischen Heiliggeistkirche finden könne um das Begegnungszentrum zu erweitern. Wie bereits mehrfach berichtet, steht sie ebenfalls schon seit längerer Zeit zum Verkauf. Fest steht für Eger vor allem eines: „Die Nutzungsmöglichkeiten müssen sich selbst tragen, beispielsweise durch eine Bürgerstiftung.“ Die Gesamtaufgabe werde es nun sein, im Sinne des wirtschaftlichen Benefits für die Kirche und einer sinnvollen, historisch-sensiblen Nutzung eine relativ einfache Wohnnutzung hinzubekommen, sagt der Oberbürgermeister. Das Bistum teilt auf RHEINPFALZ-Anfrage mit: „Das Bistum ist daran interessiert, dass in enger Abstimmung mit der Stadt ein überzeugendes Gesamtkonzept für die nachfolgende Nutzung des Objekts gefunden wird. Dieser Prozess findet gerade statt. Konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor.“ Es gehe dem Bistum um ein Nutzungskonzept, das insgesamt überzeuge. Der Verkaufspreis sei dabei nur ein Aspekt von vielen. Ein Teil des Priesterseminar-Geländes soll, wie ebenfalls bereits berichtet, verkauft werden. Zum Stand der Dinge teilt das Bistum mit: „Im Moment wird der Bebauungsplan erstellt. Dazu werden Gespräche mit verschiedenen Behörden geführt. Es sind auch verschiedene Gutachten notwendig. Auf der Grundlage der Gespräche und Gutachten wird ermittelt, welche Teile des Grundstücks für eine neue Nutzung abgegeben werden können.“