Speyer Wohl kein neues BASF-Hochhaus
Immer unwahrscheinlicher wird es, dass die BASF am Ort des früheren Engelhorn-Hochhauses ein neues Gebäude baut. Eine endgültige Absage an das Projekt gab BASF-Vorstandsvorsitzender Kurt Bock zwar auch bei der Bilanzpressekonferenz (wir berichteten) nicht. Aber er betonte: Weitere Büroräume werden derzeit nicht gebraucht.
„Es wird meine letzte Bilanzpressekonferenz sein.“ Das gehörte zu den ersten Worten, die der BASF-Vorstandsvorsitzende Kurt Bock an die Journalisten richtete. Nach der Hauptversammlung am 4. Mai wird Bock seinen Posten an seinen derzeitigen Stellvertreter Martin Brudermüller abgeben. In Bocks Zeit als BASF-Chef fällt auch der Abriss des 102 Meter hohen markanten Engelhorn-Hochhauses von August 2013 bis Anfang November 2014. Der hatte für Diskussionen in Ludwigshafen gesorgt, galt doch das Hochhaus als ein Wahrzeichen der Stadt. Schon Ende 2013 hatte die BASF einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Das Düsseldorfer Büro Eller + Eller ging daraus als Sieger hervor. 2016 wurde dessen Entwurf mit einer Auszeichnung bedacht: dem MIPIM Future Projects Award. Doch bis heute ist am ehemaligen Standort des Hochhauses nur eine leere Fläche mit Schotter zu sehen, statt des geplanten 88 Meter hohen Gebäudes mit Glasfassade. Auf einen Neubau angesprochen, sagte Bock: „Stand heute haben wir keinen Bedarf an zusätzlichen Büroarbeitsplätzen in Ludwigshafen.“ Tatsächlich wäre der Neubau als Bürogebäude vorgesehen gewesen. Auf eine endgültige Absage an das Projekt legte er sich damit aber auch bei der Bilanzpressekonferenz nicht fest, sondern verwies stattdessen in Sachen Entscheidung auf seinen Nachfolger Brudermüller. Den Architektenwettbewerb habe es gegeben, um festzustellen, was an dieser Stelle machbar sei, sagte Bock. Von mehreren Journalisten wurde der Vorstandsvorsitzende auch nach der Bilanz oder dem „Erbe“ seiner siebenjährigen Amtszeit gefragt. Dazu hielt Bock sich zurück. „Ich glaube, das müssen andere machen“, sagte er und ergänzte später diplomatisch: „Richtig zufrieden ist man wahrscheinlich nie, weil es immer noch besser geht.“