Speyer Wochenchronik:

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Das ganze Leben ist ein Kreis. Alles kehrt wieder. Das haben schon die Indianer gewusst, die naturbewusst gelebt, ihre Umwelt geachtet haben, bevor viele von ihnen vom Konsum verdorben wurden. Der Speyerer Gottfried Jung ist irgendwie auch so ein „Indianer“. Seit mindestens 30 Jahren auf dem Kriegspfad für Natur und Umwelt. Der „schwarze Grüne“ oder umgekehrt, promovierter Jurist, im Brotberuf Ministerialdirigent im rheinland-pfälzischen Umweltministerium und seit gefühlt 100 Jahren Kommunalpolitiker und Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat mit vielen weiteren ehrenamtlichen Funktionen, hat sein Berufsleben der runden Idee verschrieben. Kreislaufwirtschaft lautet seine magische Botschaft. „Die Entsorger von gestern und heute sind die künftigen Rohstoff-Versorger“, heißt sein Mantra. Dafür hat er den erst zum zweiten Mal vergebenen Preis „Die Grünen Engel 2016“ erhalten. Eine hübsche – grün angemalte – „Engelsfigur“ aus Holz mit kreisrunder Knollennase. Das Werk von Jonas Kötz erinnert an die Männchen von Loriot. Eine rundum runde Sache, wie sogar die Grünen finden. Jungs Chefin, die grüne Umweltministerin des Landes, Ulrike Höken, hat ihm natürlich postwendend heftigst zu dem Preis gratuliert. Tja, die Zeichen stehen eben auf grün-schwarz, im Land zwar grade noch nicht so deutlich, aber im Bund wird für 2017 darüber spekuliert und in Speyer hatten wir das – natürlich – schon einmal. Auch da war Jung ganz vorne mit dabei. Das ganze Leben ist ein Kreis. Wie sehr das Leben ein Kreis ist, zeigen die immer deutlicher werden die Hinweise auf das Brezelfest 2017. Sie verdichten sich. Alles kehrt im Jahresablauf wieder. Die Idee zum dirndeligen Festrekord ist schon lange da, wird häppchenweise konkretisiert und verbreitet. Das bunte Bild für die Versteigerung zum wohltätigen Erinnern an das schäumende Fest ist inzwischen bereits präsentiert. Der Gerstensaft zum munteren Treiben auf der Klipfelsau wurde gestern Abend im Haus des FC 09 „abgeschmeckt“, die Läufer trainieren längst für die Form des Brezelfestlaufes und seit Anfang der Woche ist sogar die Brezelfest-Postkarte da. Zum 25. Mal, wie der Sponsor, die von der miserablen Zinssituation gebeutelte Sparkasse Vorderpfalz, stolz verkündet. Es ist ja wirklich schön, dass das Kreditinstitut zwischen dem Schließen von Filialen und dem Reduzieren ihres Mitarbeiterstabs dafür noch Zeit und Geld findet. Aber wie sagte der in Speyer beheimatete Vorstand Clemens G. Schnell angesichts der Situation? Das ist keine Krise, das ist eine Herausforderung. Die nicht in allen Teilen ohne negative Folgen bewältigt werden kann, wie schon hier und da deutlich wird. Die Förderung der Waldjugendspiele etwa wurde in zwei Etappen bis zu diesem Jahr auf Null gefahren. Auch ein paar Brezelfestfreunde befürchten deshalb, dass ein kleines Jubiläum wie die Postkarten-Produktion auch ein passender Zeitpunkt für das Auslaufen der charmanten Tradition sein könnte. Wer verschickt schon noch Postkarten in Zeiten von E-Banking?. Ein Ausstieg aus diesem „Investment“ wäre durchaus naheliegend. Schlechte Rendite. Da sei der Brezelfestgott aber vor. Hübsche Idee der SPD im Vorlauf der Bundestagswahl 2017: Die Genossen lieben ja den Abstimmungsmarathon zur Kandidatenfindung. Auswahl ist die Devise, hat Parteivorsitzende Sigmar Gabriel vorgegeben. Für die Findung des oder der Geeigneten im BT-Wahlkreis Neustadt-Speyer haben sich die Unterbezirks-Vorsitzenden Martin Wegner aus Ludwigshafen und Christoph Glogger (Neustadt-Bad Dürkheim) einen munteren kleinen Veranstaltungsreigen ausgedacht. Die drei Bewerber – eine Frau, zwei Männer – ziehen von Stadt zu Stadt und präsentieren sich dort der Basis. Zugelassen ist nicht nur Parteivolk. Auch andere dürfen rein. Ochsentour ganz modern. Am Donnerstagabend war das AV-03-Heim Marktplatz zur Kandidatenschau. Heimvorteil Johannes Seither. Der sportliche Lehrer besitzt ausreichend sozialdemokratischen Stallgeruch, den er wohldosiert ins Spiel bringt. Ansonsten gestaltet er sein Interesse am politischen Aufstieg sehr strategisch. Er vernetzt sich, gibt sich offen, verbindlich, engagiert an der Basis. Auffällig: Er scheint nicht mehr im Freund-Feind-, Rot-Schwarz-Denken, den alten Speyerer Genossen-Schemata, erstarrt, Motto: Wir wissen alles, die anderen nichts. Da ist eine neue Generation am Ruder. Das gilt auch für die beiden anderen Bewerber. Ernste Konkurrenz für den Speyerer. Rundgelaufen ist das noch nicht für Seither. Dennoch: Seine Unterstützer sind lautstark auf dem Platz. Auch in Neustadt war das so. Auswärts Flagge zeigen. So wird man zum Kandidaten – wenn am Ende alles rund läuft. Ein ewiger Kreislauf ist der Wettbewerb mit den elf Männern oder Frauen, die dem runden Leder hinterherjagen. Auf allen Ebenen wird das Kicker-Meister- respektive das Kicker-Meisterin-Team gesucht. So viele, dass manch ein Zeitgenosse beim Verfolgen des (Über)-angebots nicht immer auf Ballhöhe bleiben kann. Seit gestern läuft wieder mal Europameisterschaft. In Frankreich. Aber das EM-Fieber grassiert noch nicht richtig, hat selbst Experten noch nicht komplett erfasst. „Du siehst, ich bin noch gar nicht vorbereitet“, entschuldigte sich der Kollege vom Ressort Sport, als er in dieser Woche die Folgen des verletzungsbedingten Ausfalls von Antonio Rüdiger vom AS Rom über den Schreibtisch hinweg diskutierte. Er hatte doch tatsächlich nicht alle fußballerischen Stationen des Sportkameraden auf der Pfanne. Vorbereitet sein muss dagegen die Polizei auf alle Feier- und Frust-Folgen von Sieg und Niederlage. Das Polizeipräsidium hat deshalb – ganz im Sinne ihrer Speyerer Kollegen – die „Spielregeln“ für Fans beim Korso fahren, Fähnchen schwenken und Alkohol genießen veröffentlicht und die rote Karte angedroht für Verstöße. Die Beamten wollen tolle Fußballtage eben lieber erleben als überleben. Bleibt zu hoffen, dass sich der Kreis schließt – und Jogis Jungs den Titel holen. Wann waren wir gleich nochmal zuletzt Europameister? Kann noch nicht lange her sein. Wir fragen mal den Kollegen vom Sport. Das Stadtradeln 2016 rollt seinem Ende entgegen. Heute, 14 Uhr, steht die finale, leichte Familientour an. Ab dem Startpunkt Kletterwald an der Walderholung können letztmals Kilometer gemacht werden. Stadtradel-Star Wolfgang Bühring sehnt sich nach trockenen Klamotten und einer ebensolchen Tour. Alle Beobachter warten gespannt, ob er seinen Titel im nächsten Jahr verteidigen will. Die Beteiligung in Speyer war mit 396 Eingetragenen heuer etwa so wie im Vorjahr, es wurden aber deutlich weniger Kilometer gestrampelt. Es hat am Regen gelegen, ist Klimaschutzmanagerin Fabienne Mittmann überzeugt. Oder an den ausgelobten Sachpreisen? Es gibt anderswo anderes zu gewinnen. Im Landkreis Heilbronn etwa. Der nimmt erstmals an der bundesweiten Kampagne teil. Ziel: verstärkte Nutzung des Fahrrads im Alltag durchsetzen. Ein Hauptpreis bei der Stadtradeltour eines Sportvereins ist laut dem „Ortsboten Neuenstadt“: ein Porsche übers Wochenende. Da hat jemand das Prinzip verstanden. Alltag ist Porsche fahren nicht für jeden. Eine Landkreis-Sprecherin nannte es gestern am Telefon leicht verschämt „Missverständnis“. Viel Spaß beim Strampeln nicht nur am Wochenende wünscht Stefan Keller

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