Speyer Wochenchronik:

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Finden kann man den Dom, wie man will. Das macht eine Werbung deutlich: „Der Speyrer Dom war in vielfacher Hinsicht von entscheidender Wichtigkeit für das ehemals unbedeutende Städtchen – ob machttechnisch, kulturell oder gar als letzter Lebensretter“, berichtet das Lindner Hotel & Spa Binshof. „Unbedeutendes Städtchen“ – das tut vielen Speyerern sicherlich erst mal in den Augen und in der Seele weh. Ist aber nicht so gemeint. Gemeint ist hingegen die Überleitung vom Dom zur klassischen Musik, die es ja auch regelmäßig in der Kathedrale mit Welterbestatus zu hören gibt, und von eben jenen Klängen direkt ins Binsfeld. Das Wellness-Hotel will sein Taktgefühl unter Beweis stellen mit folgendem Angebot: „Massaggio e Musica“, was so viel heißt wie Massage und Musik. Man kann sich also nun mit einem Partner seiner Wahl taktvoll durchkneten lassen. Aber nicht nur das. Es gibt „eine Massage-Choreografie, die bei beiden parallel und synchron zur klassischen Musik durchgeführt wird. Dabei kann man wählen zwischen adagio (langsam, ruhig), andante (schreitend, mäßig) und allegro (schnell, munter)“, schreibt das Hotel. Ganz schön taktisch, so ein Einreiben mit Mo-zart. Speyer ist nicht nur Domstadt. „Sie ist auch Reformationsstadt Europas und hat diese Bezeichnung sogar in ihrem offiziellen Titel. Das ist anscheinend noch nicht jedem Journalisten bewusst“, betonte Stadt-Pressesprecher Matthias Nowack in einem Pressegespräch, in dem es um die Protestanten ging, und schaute dabei die drei Journalisten ernst an. Nachhilfe muss sein. Die Pfarrer Christine und Ralph Gölzer hatten ihr Historienspiel rund um das Thema Reichstag 1529 vorgestellt und die Stadt dazu eingeladen. Domstadt, Wiege der Protestation, hin oder her. Bischof und Kirchenpräsident werden es gelassen sehen. Ökumene sei Dank. Und sie werden sich sicherlich über das Historienspiel amüsieren. Denn es wird alles möglichst orginalgetreu nachgestellt. „Die Aufzeichnungen über den Reichstag sind sehr detailliert. Es gab sogar eine Feuerordnung. Und es wurde festgelegt, was der Wirt zu welchem Preis ausschenken durfte. Das ist auch alles dokumentiert. Das Ordnungsamt hätte seine wahre Freude gehabt“, berichtete Pfarrer Ralph Gölzer. Stimmt. Und der Marktmeister beim mittelalterlichen Treiben von 1529 kommt einem auch irgendwie bekannt vor: Franz Hammer, eine Speyerer Institution. Am Mittwochabend blieb der Aufzug in einem Speyerer Verwaltungsgebäude stecken. Nicht irgendeinem. Es war jenes in der Georg-Peter-Süß-Straße. Genauer gesagt waren es die Stadtwerke. Ist schon ein beklemmendes Gefühl, wenn die Luft stickig wird und es ganz dunkel ist. Das lieferte schon jede Menge Stoff für Hollywood – ob Liebes- oder Horrorfilm. Im Speyerer Stück mit dem Titel „Atemlos durch die Nacht“ sorgte der Notdienst einer Fachfirma für atemberaubende Spannung. Der hatte nämlich keine Zeit. Blieb also nur noch eines: die örtliche Feuerwehr, dein Freund und Helfer. Die kam immerhin als Retter in der (Atem-)Not. Es soll zu keinerlei Zwischenfällen in dem Aufzug gekommen sein. Happy End. Der Internethändler Amazon denkt darüber nach, wie er möglichst noch am Tag der Bestellung seine Kunden beliefert. Die Internationalen Frachtstation Speyer hat derweil mit ganz anderen Problemen tierisch zu kämpfen: mit 49 Schwanzlurchen beispielsweise. Die wurden, wie berichtet, von Zöllnern in zwei Postpaketen aus den USA entdeckt. Schon wieder so ein Fund. Unlängst waren es ja noch die gesundheitsschädlichen, mit Drogen gefüllten E-Zigaretten-Filter, die ein Spürhund erschnüffelt hat. Speyer ist nicht nur Domstadt, sondern auch ein interessantes Sammelbecken. Mal gespannt, was demnächst hier angeliefert wird ... Es lief gestern schon im Radio: Am Sonntag ist Sommertagszug durch Speyer. Das wird einigen Autofahrern blöd vorgekommen sein, die am Freitag links und rechts des Rheins über die vereisten Straßen schlitterten. In anderen Teilen der Pfalz rieselten diese Woche sogar viele weiße Flocken. Winterverbrennung vor dem Hintergrund von Schneemeldungen. Petrus hat da oben anscheinend seine ganz eigene Ironie. Ein schönes, kuschlig-warmes Wochenende wünscht

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