Speyer Wochenchronik:

Zwei Buchstaben, viele Bedeutungen: Die Rede ist von der Abkürzung OB. Eine der häufigsten Verwendungen ist in Zusammenhang mit dem kleinen O: ohne Befugnis, ohne Beleg, ohne Bericht, ohne Beruf, ohne Besonderheit, ohne Billigung ... Groß geschrieben bedeutet es für Speyer erstmal nicht viel: OB steht nämlich für Oberhausen. Die Stadt in Nordrhein-Westfalen hat wenige Verbindungen in die Vorderpfalz. Oder für Oberbefehlshaber. Gibt es hier auch nicht. Die andere Begrifflichkeit hinter den beiden Buchstaben hat jedoch sehr viel mit Speyer zu tun: Oberbürgermeister. Das hat selbiger namens Hansjörg Eger auch ganz gut erkannt. Bei der Geburtstagsfeier des Unternehmens Mann und Hummel hat er sich ein Stück vom Kuchen abgeschnitten. Vom Geburtstagskuchen. Allerdings hat er die darauf befindlichen Bürotürme irrtümlich für Filter gehalten, die die Firma herstellt. Peinlich, aber kann ja mal passieren. Egers Erkenntnis: „Wie blöd. Sie wissen ja, OB: ohne Befund – also kein Hirn.“ Das Radfahr-Konzept für Speyer beschäftigt seit jeher die Gemüter. Unlängst sagte ein Senior beim Besuch der RHEINPFALZ-Redaktion, dass er nicht mehr gut Fahrrad fahren könne, laufen sei auch beschwerlich in seinem Alter. Da bliebe nur das Autofahren und das wiederum würde in Speyer nicht einfacher, bedingt durch die Radfahrer. Die Unterstützung der einen hat immer auch Auswirkungen auf die anderen. Diese Woche ging es wieder um das Radverkehrskonzept in der politischen Arbeitsgruppe Radverkehr. Die Verkehrsteilnehmer sollen gezählt und in Altersklassen eingeteilt werden. So lautet der Plan. OB Hansjörg Eger meinte dazu, das solle man nach Augenschein machen nach dem Motto „alt, jung, OB“. Die Frauen wird die Augenschein-Methode freuen. Damen fragt man nämlich nicht nach dem Alter. Das gehört sich nicht. Sie könnten pauschal als jung eingestuft werden. Schlecht für die Statistik, gut fürs Ego. O. B. – ohne Befehl, versteht sich. Die neue katholische Großpfarrei ist etwas für Abenteuerlustige. Jedenfalls hat der neue Leiter, Matthias Bender, von einem großen Abenteuer gesprochen im feierlichen Gründungsgottesdienst. Allzu viele Katholiken scheint die Idee nicht verschreckt zu haben, wenn man sich die Anzahl der Kirchenaustritte bei den Katholiken anschaut. Die ist im Vergleich zu 2014 sogar gesunken: von 218 (2014) auf 165 im vergangenen Jahr. Könnte so bleiben. Allerdings wird es eine große Herausforderung. Bei den Protestanten macht es sich schon bemerkbar, dass ein Pfarrer viel mehr Schäfchen zu hüten hat als früher. Auf dem pfälzischen Land sprechen einige sogar davon, dass der soziale Kitt nun fehle. Ob das in der gut vernetzten Stadt Speyer auch so sein wird? Das steht und fällt vermutlich mit dem Pastoralteam und den Ehrenamtlichen. Es ist wie es ist: ein Abenteuer. Aber das kann ja auch gut ausgehen. Es darf eben nur kein bundesweiter oder lokaler Skandal mehr dazukommen, der die Katholiken doch wieder zu Austritten bewegt. O. B.: ohne Beleg. Ein Abenteuer in einer anderen Hinsicht erleben gerade die Gymnasiasten. Sie schreiben Abitur. Da ruht alles drumherum. Büffeln, büffeln, büffeln bis zur nächsten Prüfung ist angesagt. Und Nervenstärke. Glücklicherweise wird man derzeit in der Stadt kaum abgelenkt. Gestern war es tagsüber schon so dunkel und ungemütlich, dass man kein schlechtes Gewissen haben musste, nicht vor die Tür zu gehen. Die zarten Flöckchen reichten nicht mal für einen Schneemann. Die RHEINPFALZ-Redaktion drückt jedenfalls die Daumen für einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt. M. E.: maximale Erfolge! Ein gemütliches Wochenende bei Bettwetter wünscht