Speyer Wochenchronik:

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Stell dir vor, es gibt einen Wettbewerb und keiner nimmt daran teil. Blöd. Wirklich blöd gelaufen. Diese Woche musste die Stadt bekanntgeben, dass den mit 1250 Euro dotierten Umweltpreis wohl niemand haben will. Es hat sich keiner beworben. Kindertagesstätten, Schulen, Gaststätten, Betriebskantinen, Vereine, Verbände, Arbeits- und Interessengemeinschaften sowie Privatpersonen hätten ihre Ideen zur Abfallvermeidung einreichen können. Wollte aber keiner. Und das in der klimafreundlichen Stadt Speyer. Sollte man den Preis, den der Umweltausschuss initiiert, hat nun in die Tonne treten? Nein, meint der Umweltausschuss. Er ist dafür, das Preisgeld für den nächsten Wettbewerb aufzusparen. Damit jeder mitmachen kann, wäre es sinnvoll, nicht erst im März mit den Beratungen über die Formalitäten im Ausschuss zu beginnen, sondern den Preis da schon auszuschreiben. Vielleicht kommt dann einer auf die Idee, wie man das Müllproblem löst. Zum Beispiel durch Recycling. Der Umweltpreis selbst ist das beste Beispiel. Ulrich Steinbach von den Grünen hat sich diese Woche ziemlich unbeliebt gemacht. Bei den Mainzern. Der neue stellvertretende Leiter des Landesrechnungshofs mit Sitz in Speyer hat sich nämlich im RHEINPFALZ-Interview zu seiner neuen großen Liebe bekannt und gesagt, dass der Speyerer Dom schöner sei als der Mainzer. Bei aller Toleranz und Gutmütigkeit der Hauptstädter: Da endet wahrscheinlich jetzt die gute Beziehung mit den Rheinhessen. Glücklicherweise muss der Naheländer aus Bad Kreuznach nicht mehr als Abgeordneter in die Landeshauptstadt, sondern arbeitet künftig im für ihn – wie er betont – hochattraktiven Speyer mit dem schön gewachsenen Stadtbild. Sein Mandat für den Landtag hat er niedergelegt. Nicht auszudenken, was Steinbach erst macht, wenn er in der nun anstehenden Kennenlernphase die übrigen Superlative Speyers entdeckt. Und was er erst über die Speyerer Brezel sagt, die nicht so weich ist wie jene in Mainz. Es könnte ein Bund fürs Leben werden ... Ob er damit gerechnet hat? Der Steinhäuserwühlsee hat auch noch einen Superlativ parat. Auch wenn der eher einen ernsteren Hintergrund hat und man damit besser keine Werbung für die Stadt macht. Im Stadtmarketingkonzept taucht er am besten gar nicht erst auf: Er ist laut Stadt und Siemens der einzige Badesee Deutschlands, in den direkt Vinylchlorid läuft. Gut, kann sich jetzt auch keiner etwas für kaufen. Im Gegenteil: Wolfgang Seiler (SPD) hat im Umweltausschuss gefragt, wann der Schaden denn nun endlich behoben werde. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf sechs Millionen Euro. „Macht Siemens das dann endlich, wenn es nur noch eine Million Euro kostet oder von der Stadt auch noch Geld dafür kriegt“, hat er gefragt. Wer zahlt schon gerne für ein Badevergnügen, das schon längst kein liebenswertes mehr ist? Das ist aber auch ein Kreuz mit dem Kreuz. Herrje ... Morgen ist es wieder soweit. Für die Protestanten ist Wahltag. Hoffentlich kommen viele. Die Wahlbeteiligung in den Gemeinden liegt laut Dekan Markus Jäckle zwischen 25 und 40 Prozent. Die Wähler können mitbestimmen, wer künftig die Geschicke in ihren Gemeinden leitet. Neben dem Pfarrer haben nämlich vor allem die Presbyter in den Kirchengemeinden das Sagen. Sie bestimmen über Finanzen, geänderte Gottesdienstzeiten, Baumaßnahmen und so weiter. Die Vorbereitungen für die Wahlen laufen auf Hochtouren. In manchen Gemeinden gibt es zusätzlich Sonderaktionen, wie beispielsweise in der Gedächtniskirchengemeinde, die sich bei dieser Gelegenheit gleich vorstellt. Ob die ganzen Helfer rund um und in den Wahlbüros an dem Tag drei Kreuze machen, wenn alles rum ist? Na ja, vermutlich reicht auch einfach nur eins. Das aber dann ganz liebevoll an der richtigen Stelle auf dem Wahlzettel.

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