Speyer „Wir feiern alle gerne“

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RÖMERBERG/DUDENHOFEN. Die Festsaison hat wieder begonnen: Das Frühlingsfest in Heiligenstein und das Spargelfest in Dudenhofen wurden schon gefeiert, das Brunnenfest in Berghausen steht am nächsten Wochenende an. Was ist bei der Genehmigung zu beachten? Diese Frage beantwortet im Gespräch mit Kathrin Schnurrer der Römerberger Stefan Schall (57), Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung Römerberg-Dudenhofen, in der es mehr als 200 Vereine gibt.

Beim Heiligensteiner Frühlingsfest musste der Gutselstand plötzlich umziehen, obwohl er seit Jahren an der gleichen Stelle war. Gibt’s neue Richtlinien für die Sicherheit bei Festen?

Nein, die Anforderungen sind seit Jahren bekannt. Aber es ist so, dass es Fälle anderswo gibt, mit denen sich Gerichte befasst haben. Die Urteile können dazu führen, dass es bei uns strengere Maßnahmen gibt. Sie haben also durchaus praktische Auswirkungen. Was müssen Ortskartelle denn unbedingt beachten, wenn sie ein Fest planen? Es gibt keine Checkliste, die man abarbeiten kann. Es kommt darauf an, was die Veranstalter planen. Generell will ich es so sagen: Man versucht als Kommune, alle örtlichen Vereine zu unterstützen und man versucht auch, dass man nicht über Gebühr Auflagen macht, die nur zu Ärger führen. Die Verhältnismäßigkeit sollte immer gewahrt blieben. Aber trotzdem müssen bestimmte Auflagen eingehalten werden: Das geht beim Alkoholausschenken los, über die Musikwiedergabe bis hin zu Verkehrsfragen, die geregelt werden müssen. Jedes Fest muss vom Ordnungsamt genehmigt werden. Welcher ist der wichtigste Punkt? Wenn öffentliche Straßen, Plätze und Wege benutzt werden sollen, muss der Veranstalter das mindestens zwei Monate vorher schriftlich beim Ordnungsamt anmelden. Und es muss eine Veranstalter-Haftpflichtversicherung vorliegen. Je nachdem, was der Veranstalter plant, kommen zusätzliche Dinge in die Prüfung. Welche denn? Man schaut, wo es mögliche Gefahren und Risiken gibt. Beim Hako-Rennen in Heiligenstein, das es ja nicht mehr gibt, musste sehr auf den Schutz der Besucher geachtet werden. Wenn Live-Musik auf Bühnen gespielt wird wie bei der Römertafel in Heiligenstein, muss geschaut werden, ob die Bühne an dem Standort belassen werden kann oder ob sie versetzt werden soll. Es geht darum, beiden Seiten gerecht zu werden: denen, die das Fest veranstalten, und denen, die als Anwohner davon betroffen sind. Gibt’s denn so viele Beschwerden wegen Lärms? Ja, es gibt immer mal wieder Beschwerden über Lärm. Aber auch, wenn Festbesucher an Häusern, Einfriedungen oder Grundstücken Schäden angerichtet haben, melden sich die Geschädigten beim Ordnungsamt. Musik darf höchstens bis Mitternacht gespielt werden, aber trotz einer Genehmigung kann es passieren, dass es zu Nachbarbeschwerden kommt. Wegen des Lärms ist es so, dass wir in der Rhein-Pfalz-Halle in Heiligenstein auch nur eine maximale Anzahl an Großveranstaltungen im Jahr genehmigen. Ist es denn schwierig, Feste zu genehmigen? In anderen Bundesländern gibt es eine Versammlungsstättenverordnung, in der beispielsweise geregelt ist, wie viel Quadratmeter für einen Festbesucher gerechnet werden. In Rheinland-Pfalz gibt es sowas nicht, aber man versucht natürlich, sich an diese Regeln anzulehnen. Es ist ein ständiges Hin und Her. Da kämpfen wir alle, egal, wie wir heißen oder wo wir sind. Es muss passen: für die Veranstalter, aber auch für die Bürger, die das aushalten müssen, wenn sie keine Feierfreunde sind. Wenn Sie in Köln oder Mainz wohnen, müssen Sie an den Fasnachtstagen verreisen, wenn sie keine Faschingsnase sind. Ich hoffe, Sie verreisen nicht, wenn in Römerberg Feste anstehen. Feiern sie gerne? Ja, natürlich. Wir feiern alle gerne. Sonst wären wir doch keine Pfälzer. Feste sind ja auch ein Kulturgut, das wir hier pflegen.

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