Speyer „Wir arbeiten professioneller“
European Homecare (EHC) steht in den Startlöchern. Wie berichtet, übernimmt das Essener Unternehmen ab 1. April Unterbringung und Betreuung der Asylbegehrenden in der Speyerer Landesaufnahmeeinrichtung (AfA). EHC hatte die Ausschreibung gegen den Rotkreuz-Verband Vorderpfalz gewonnen. Das DRK ist seit Eröffnung der AfA im September 2015 für die Versorgung der Flüchtlinge zuständig.
„Wir führen im Großen und Ganzen fort, was unsere Vorgänger begonnen haben“, betonte EHC-Pressesprecher Klaus Kocks gestern auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Zunächst 17 EHC-Mitarbeiter, davon 80 Prozent Ausländeranteil, werden demnach hauptamtlich auf dem Gelände der ehemaligen Kurpfalzkaserne eingesetzt. „Bei Bedarf stocken wir auf.“ EHC lege bei der Auswahl der Beschäftigten Wert auf Kenntnisse kultureller Eigenheiten, der Landessprache und ein Gefühl für die Lebenssituation der Geflüchteten, erklärt der Pressesprecher die Bevorzugung entsprechender Bewerber. „Selbst in den Arbeitsbereichen, in denen akademische Abschlüsse erforderlich sind, geben wir Beschäftigten mit Migrationshintergrund den Vorzug“, erläutert Kocks. Bewerbungen von bisherigen DRK-Mitarbeitern habe EHC nicht berücksichtigt, berichtete Kocks. Im Unterschied zu karitativen Organisationen arbeiteten wirtschaftlich orientierte Unternehmen professioneller, erklärte er EHC-Entscheidungen und -Überzeugungen. Zu den Aufgaben in Speyer gehörten beispielsweise Raumbelegung, Verpflegung, Reinigung, Kleiderausgabe, Sicherheit, Freizeit- und Unterstützungsangebote. „Die medizinische Betreuung und Vorsorge der Flüchtlinge ist auch nach dem 1. April garantiert“, betonte Kocks. Wie bisher vom Speyerer DRK gewährleistet, biete der EHC-eigene medizinische Dienst den Bewohnern weiterhin Notfallversorgung und fünfmal wöchentlich Arztsprechstunden in der AfA an. Verpflegung kaufe EHC grundsätzlich bei Großversorgern ein, sagte der Pressesprecher. „Den Catering-Unternehmen, die Krankenhäuser, Schulen oder ähnliche Einrichtungen versorgen, muss niemand erklären, was zum Beispiel ,halal’ bedeutet.“ Dabei geht es um nach islamischen Regeln erlaubte Speisen. Auch die Kleiderkammer werde fortgeführt, versicherte Kocks. Allerdings seien ab 1. April nicht mehr wie bisher Ehrenamtliche damit beschäftigt, sondern Mitarbeiter der EHC-Belegschaft. „Gerade hier ist ein hoher Ausländeranteil von Vorteil“, betonte er. Den von ehrenamtlichen Speyerern in der AfA erteilten Deutschunterricht für die Bewohner soll es demnach ebenfalls über den 31. März hinaus geben. „Aber betreut von EHC“, betont Kocks. Welche Sicherheitsfirma künftig für den Schutz der Bewohner und Einrichtung eingesetzt wird, liegt nach Angaben des EHC-Sprechers in den Händen des Landes. |kya