Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel „Will FVB nicht vier Jahre in A-Klasse coachen“

Der Neue: Kevin Schall beim Training des FV Berghausen am Donnerstagabend.
Der Neue: Kevin Schall beim Training des FV Berghausen am Donnerstagabend.

Kevin Schall war Kapitän des FV Dudenhofen. Außerdem spielte er für den Oberligisten TuS Mechtersheim. Warum zieht es den 28 Jahre alten Fußballer nun in die A-Klasse? Schall wird den FV Berghausen künftig trainieren. Was er mit der Mannschaft vorhat, wer ihn bei seinen ambitionierten Zielen unterstützt, verrät er im Gespräch.

Herr Schall, Sie wechseln als Oberliga-Spieler in die A-Klasse. Was bewegt Sie dazu?
Das hat ein paar Gründe. Zum einen ist da meine körperliche Situation. Die letzten zwei Jahre war ich durch schwere Verletzungen nie richtig fit. Altlasten wie ein doppelter Bandscheibenvorfall kommen auch noch hinzu. Durch meine Verletzungsanfälligkeit war mir klar, dass ich langsamer machen muss und kürzer trete. Außerdem habe ich mich neben meinem Beruf noch selbstständig gemacht und habe jetzt natürlich mehr Zeit für meine Familie. Gerade die Auswärtsfahrten in der Oberliga waren enorm zeitaufwendig.

Wollen Sie beim FV Berghausen dennoch auf dem Platz stehen?
Wenn ich körperlich auf dem Niveau bin und alles stabil ist, dann ja.

Wie sieht die Aufgabenverteilung mit Trainerkollege Predrag Nikic aus?
Wenn ich spiele, dann übernimmt er den Part an der Seitenlinie. Das ist alles sehr offen geregelt. Ich möchte ja auch mittrainieren. Also wird Predrag im Training mehr machen. Wir haben das sehr gut aufgeteilt und sind gleichberechtigt.

Wieso haben Sie sich für Berghausen entschieden?
Dort herrscht eine tolle Kameradschaft. Der Verein ist gesund, und es sind Leute am Werk, die Ahnung haben. Ich habe eine Vergangenheit in diesem Verein, habe dort bei den Bambini angefangen zu spielen. Mein Vater war außerdem Trainer beim FVB. Durch den zweiten Rasenplatz sind die Möglichkeiten natürlich nochmal besser geworden.

Wird es für Sie schwierig sein, sich an das niedrigere Niveau zu gewöhnen?
Ich werde sicherlich Zeit brauchen, um mich daran zu gewöhnen. Das ist natürlich etwas ganz Anderes. Ich muss aufpassen, dass ich von den Jungs nicht direkt zu viel verlange. Dennoch wurde hier in der Vergangenheit sehr gute Arbeit geleistet. Da möchte ich auch einmal ein großes Lob an die handelnden Personen aussprechen.

Sie waren Kapitän beim FV Dudenhofen und lange Jahre unverzichtbare Stammkraft. Was bleibt aus dieser Zeit hängen?
Der Wechsel vom TuS Mechtersheim nach Dudenhofen war auf den ersten Blick ein Rückschritt in die Verbandsliga. Für mich war es genau richtig. So etwas wie in Dudenhofen findet man in Sachen Kameradschaft ganz selten. Nur dadurch konnte ich mich so entwickeln. Die beiden Aufstiege und das Pokalfinale, welches wir in der 120. Minute verloren haben, waren natürlich persönliche Höhepunkte. Vor allem, dass wir nach dem bitteren Abstieg als Sechstletzter direkt wieder hoch sind, war Mentalität pur. Ich habe Gänsehaut, wenn ich jetzt darüber spreche. Der Abschied ist mir nicht leicht gefallen. Ich bin traurig, dass ich das Niveau nicht mehr halten kann.

Welche Rolle kann der FV Dudenhofen in der Oberliga spielen?
Sie haben durch Abgänge an Qualität verloren, aber gute Transfers gemacht. Lukas Metz kommt aus Mechtersheim. Er ist ein sehr guter Offensivspieler. Ich denke, sie werden in den oberen Tabellenregionen landen und hoffentlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Trainer Steffen Litzel hat einen klaren Plan, den wir auch in der abgelaufenen Saison als Team gut durchgezogen haben.

Welche Rolle soll Ihr neuer Verein in der A-Klasse spielen?
Die Saison nutzen wir als Orientierung. Natürlich möchten wir möglichst nicht in die Abstiegsrunde rutschen, wollen also in die Top vier. Man muss abwarten, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann, was wir natürlich hoffen. Es ist, denke ich, klar, dass ich den FVB nicht vier Jahre lang in der A-Klasse trainieren möchte. Wir haben eine schlagkräftige Truppe und möchten in den kommenden Jahren eine Mannschaft mit Jugendspielern aus der Region aufbauen.

Wo setzen Sie an, wenn es nach sieben Monaten wieder losgeht?
Erstmal müssen alle wieder ein Gefühl für den Ball bekommen. Es liegt viel Arbeit vor uns, um auf ein ordentliches Niveau zu kommen. Der Körper muss sich wieder an andere Bewegungen als nur das stupide Geradeauslaufen gewöhnen.

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