Speyer Wieder Vorwürfe gegen Rockmusiker
„Erneut und mit deutlich mehr Vehemenz als zuletzt“ hat der Kreisverband der Partei Die Linke den Speyerer Rockmusikerverein dazu aufgefordert, die Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Konzertveranstalter Jonas Schork einzustellen. Hintergrund sind Rechtsextremismus-Vorwürfe gegen eine australische Rockgruppe, die am Samstag, 18. März, in der Halle 101 auftreten soll.
Konkret richten sich die Anschuldigungen gegen ein Mitglied der australischen Band „Deströyer666“ mit dem Künstlernamen „KK Warslut“. Nach Darstellung des Linke-Kreisverbandsvorsitzenden Wolfgang Förster habe der Musiker beispielsweise in einem Interview im vergangenen Jahr die Theorie von einem „Genozid an Weißen/Europäern“ durch „geplante Massenmigration“ verbreitet. Die Band selbst verkaufe Shirts mit in Deutschland verbotenen „Wolfsangel-Symbolen“. Als Quelle der Vorwürfe nennt Förster die Seite der Gruppierung „Metal-Fans gegen Nazis“ im sozialen Netzwerk Facebook. Der Auftritt der australischen Formation ist beim Black-Thrash-Metal-Festival „Speyer War Mass“ geplant. Veranstalter ist Schorks Agentur „Drohende Schatten“ – wie beim Black-Metal-Festival „Sinister Howling“, um das es im vergangenen Jahr kontroverse öffentliche Diskussionen wegen mutmaßlich rechtsextremer Rockgruppen gegeben hatte (wir berichteten ausführlich). Förster zufolge solle der Rockmusikerverein als Hallenvermieter solche Vorwürfe „endlich ernst nehmen“. Dazu gehöre, sich „glaubhaft und eindeutig gegen die Hasskultur“ zu stellen, anstatt „nicht haltbare Gegenvorwürfe“ in Richtung der Kritiker zu schleudern. Zwar gingen keine Nationalsozialisten in braunen Hemden in der Halle 101 ein und aus. „Totalitäre Ansichten und Protofaschismus sind jedoch nicht minder gefährlich, nur weil sie nicht in der bekannten Form daherkommen“, so Förster weiter.