Speyer Wie eine Kuh aus einem Swimmingpool gerettet wird
Eine Kuh im Swimmingpool. Gibt’s nicht? Bei der Feuerwehr Römerberg durchaus. Wie die Gefleckte aus der misslichen Lage befreit wird, haben die Aktiven gestern Nachmittag auf dem Platz vor dem Gerätehaus in Mechtersheim gezeigt. Die Aktion und viel Erkenntnisreiches mehr erlebten die Besucher beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr.
Unter dem Begriff Tierrettung lief die Demonstration, die den Umstehenden sichtbaren Spaß bereitete. „Wir tragen uns schon einige Jahre mit dem Gedanken, das zu zeigen“, sagte Wehrführer Werner Huber im RHEINPFALZ-Gespräch. Bisher haperte es an dem Objekt, der Kuh also. Dank einer Werbefirma, die die Nachbildung zur Verfügung stellte, konnte der Wunsch nun verwirklicht werden. Mit der Drehleiter fuhren die Kameraden vor – so wie sie es bereits zweimal bei Pferden getan haben, die in Not geraten waren. „Wir können damit bis zu 1500 Kilo heben“, sagte Huber. Absolut ausreichend, um die Kuh aus dem Nass zu holen. Dass just zwei Tage vor dem Tag der offenen Tür eine Kuh in Köln von der Feuerwehr nach einem Einbruch in ein Dach gerettet werden musste, zeigte, wie realistisch die Schauübung war. Motiviert war auch die Jugend, die ihre klassische Wettkampfübung aus Spiel-, Spaß- und feuerwehrtechnischen Anforderungen vorstellte. Beim gestrigen Fest hatten sie auch ihren eigenen Stand, an dem der Crêpes-Verkauf ebenso fluppte wie das Feuerwehrauto-Basteln und das Zielspritzen. Betreuer Daniel Ptak ist zufrieden: „In letzter Zeit mangelt es nicht an Nachwuchs. Wöchentlich stehen neue Kinder da“, berichtete er von einer funktionierenden Mund-zu-Mund-Propaganda. 18 Zehn- bis 16-Jährige sind zurzeit in der Jugendfeuerwehr aktiv. Ein gutes Zeichen für Ortsbürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU), der hervorhob: „Der gute personelle Bestand in der Jugend ist eine Versicherung für die Zukunft.“ Zur Wissenserweiterung und als Mahnung zur Vorsicht nutzten die Floriansjünger die Vorführung von Gefahren, die im Haushalt lauern. Den Gästen wurde gezeigt, wie leicht Spraydosen explodieren und welche Auswirkungen dies hat. Es gibt nahezu nichts, was die Feuerwehrleute von Römerberg seit Jahresbeginn nicht erlebt haben. „Bis heute hatten wir 93 Einsätze“, sagte Huber auf Nachfrage. Die Hilfeleistungen lagen in der Statistik mit 50 weit vorne. Zu den markantesten Einsätzen zählte Huber einen umgestürzten Betonmischer an der B 9 im April und einen Arbeitsunfall auf der Insel Flotzgrün im Februar. In beiden Fällen starb ein Mensch. Zehn Brände seien bewältigt, neun Wasserschutzmaßnahmen eingeleitet worden. Unter anderem musste im März ein 15 Quadratmeter großer Ölteppich auf dem Altrhein beseitigt werden. „Das Hochwasser Anfang des Jahres hat uns eine Woche lang beschäftigt“, nannte Huber einen weiteren wesentlichen Punkt aus der Statistik. Wehrleiter Stefan Zöller lobte die Einsatzfreude der Kameraden über den Dienst hinaus. Vier Feuerwehr-Neuzugänge – Marius Foye, Lars Kühner, Tician Hahn und Daniel Rohr – wurden gestern bekannt gegeben.