Speyer Werbung für Europa

Bewegende Appelle für Europa bot gestern Nachmittag am Altpörtel eine Kundgebung der Initiative „Pulse of Europe“. Zu Gast waren die drei Speyerer Europaschulen. Die Veranstalter kündigten einen Vorstoß an, um den Platz vor dem Altpörtel in „Europa-Platz“ umzubenennen.
Schüler, Eltern und Lehrer, Musikgruppen sowie weitere Interessierte sorgten für eine Kulisse von rund 100 Teilnehmern bei der gut einstündigen Veranstaltung. „Unsere bisher beste Veranstaltung“, so Bernd Rückwardt, einer der Organisatoren. „Beeindruckend, welch breites Spektrum hier geboten wird“, sagte Moderator Siegbert Brand. Er kündigte an, dass Pulse of Europe im Rathaus für die Benennung des bisher namenlosen Platzes am Altpörtel auf der Seite zum Dom hin in „Europa-Platz“ werben wolle. Die Berufsbildende Schule Johann-Joachim Becher machte den Auftakt, stellte ihre internationalen Aktivitäten vor. Schüler erzählten von einem nur mit Förderung der EU möglichen „Erasmus-plus“-Projekt, das sie mit Klassen in Schweden, Finnland und Spanien verbinde. „Wenn wir ab 2019 Wirtschaftsgymnasium sind, suchen wir eine dauerhafte Partnerschule“, sagte Direktor Henning Vollrath. Vom Nikolaus-Weis-Gymnasium kamen Erfahrungsberichte aus mehreren Ländern. Gymnasiastin Anika Grießhaber machte aber klar, dass ihre Generation in Zeiten von Brexit und Flüchtlingskrise „etwas kritischer zur EU eingestellt“ sei als Ältere. „Kaum jemand, der die EU noch versteht“, hieß es in ihrem Lied, als sie zur Gitarre griff, aber im versöhnlichen Finale aufforderte: „Wir sollten mal probieren, uns aufs Gute zu konzentrieren: Wir sind Europa, wir sind eins.“ Direktor Hartmut Loos vom Gymnasium am Kaiserdom stellte heraus, dass seine Schule jährlich eine Woche lang „Europäische Kulturkunde“ lehre. Die Schüler Susannah König und Eric Janto spielten Geige. Eugen Flicker, in Speyer als „de klä Franzos“ bekannt, stimmte mit Mundharmonika in die Werbung für Europa ein. Nächste Kundgebung ist am 7. Oktober.