Adventskalender Wenn Wichtel werkeln
Enesia, Zorana, Dominik und Luca sind zufrieden mit dem, was sie in der diesjährigen Adventszeit hergestellt und verkauft haben. Die Sechst- bis Achtklässler arbeiten seit Wochen in der Wichtelwerkstatt der Schulmanufaktur unter dem Dach der Burgfeld-Realschule plus an Weihnachtsgeschenken, die nichts kosten – aber zu Herzen gehen.
Seit zwölf Jahren stellt die Burgfeld-Schulmanufaktur Nützliches und Schönes für Weihnachten und auch für andere Anlässe her. Genauso lange ist Monika Hoff dabei. Früher war sie Lehrerin an der Schule, als Pensionärin ist sie gemeinsam mit Regina Uhrig und Monika Garrecht für die AG zuständig. Zehn Schüler begeben sich regelmäßig freiwillig in die Manufaktur. Mittlerweile steht ihnen die gesamte obere Etage des Schulgebäudes zur Verfügung.
Überall wird genäht, geschnitten, geklebt und gezeichnet. Es duftet nach Weihnachten. Gewürzsäckchen und Zimtstangen als Baumstämme für bunte Tannenbäume lassen vermuten, dass hier Wichtel am Werk sind. Luca kämpft mit der Nähmaschine, Dominik rechnet zusammen, was die Zwölf- bis 16-Jährigen auf dem Kunsthandwerkermarkt für die Klassenkassen eingenommen haben.
Mut zum Experimentieren
„Weihnachtsbäumchen und Gewürzsäckchen sind ganz einfach“, motiviert AG-Leiterin Hoff zum Selbermachen. Zorana macht es vor: Sie nimmt roten Reststoff und zeichnet ein Bäumchen darauf, schneidet es aus, näht es an drei Seiten zusammen, füllt das Ergebnis mit Watte und schließt die letzte Seite. Zum Abschluss klebt die Schülerin eine zuvor gelochte Zimtstange an und zieht ein Schmuckband durch – fertig ist eine prachtvolle Dekoration für den Weihnachtsbaum, die auch den Adventskranz oder eine Geschenkverpackung schmückt. „Genauso gut geht es mit schönem Papier“, empfiehlt Enesia eine Variante, sollte es an Stoff mangeln. Zum Füllen eigne sich „alles, was ausstopft“, sagt Enesia. „Sogar Heu.“ Die Probe aufs Exempel gelingt der Realschülerin im Handumdrehen. „Alles Routine“, meint das Mädchen.
Als ähnlich einfach stellt sich die Herstellung eines Gewürzsäckchens heraus. „Wichtig sind die Zutaten“, betont Hoff. Luca füllt ein wiederum an drei Seiten zugenähtes und gewendetes quadratisches Exemplar mit Nelken, Zimt und Sternanis. „Die Gewürze sind zwar typisch weihnachtlich, es geht aber alles, was im Haus ist“, macht die Manufaktur-Leiterin Mut zum Experimentieren. Die vierte Seite ist vernäht, das nächste, diesmal rechteckige Gewürzsäckchen ist in Arbeit. Jedes Stück ist ein Unikat und vielfältig verwendbar. „Auch als Klinkenputzer“, schlägt Hoff vor.