Speyer „Wenn man nicht mobil ist, hat man Pech gehabt“

«RÖMERBERG.» In Römerberg hat sich ein Seniorenbeirat konstituiert, der heute im Sozial-, Jugend-, Kultur- und Sportausschuss vorgestellt wird. Timo Leszinski hat mit dem Vorsitzenden Gerhard Merdian sowie mit Beiratsmitglied Elvira Theurer gesprochen.
Nach dem ersten Aufruf im Amtsblatt hatten sich zu wenige Personen gemeldet. Beim zweiten Mal waren es dann neun, die jetzt auch alle Teil des Seniorenbeirats sind. Ich wurde dann in der konstituierenden Sitzung zum Vorsitzenden gewählt. Jetzt schauen wir, wer welche Themen betreut. Frau Theurer und Frau Brunner kümmern sich zum Beispiel um den Bereich Gesundheit. Wie ist der Seniorenbeirat zusammengesetzt? Gibt es eine gute Mischung? Merdian: Ja, vom Studierten bis zum Handwerker ist quer durch die Bank alles dabei. Altersmäßig geht es mit knapp 60 Jahren los. Auch die Ortsteile sind alle vertreten. Nur Berghausen ist mit lediglich einem Mitglied etwas schwach. Was hat Sie persönlich bewogen, sich zu engagieren? Theurer: Nachdem mein Mann verstorben war, habe ich nach einer neuen Perspektive gesucht. Ich bin schon immer gut mit älteren Menschen ausgekommen, habe auch schon Senioren betreut. Vor ein paar Monaten habe ich in der Zeitung über die SOS-Dosen gelesen. Das fand ich eine gute Idee, die ich mit dem Seniorenbeirat auch in Römerberg umsetzen möchte. Merdian: Bis vor Kurzem war ich noch in der Schnakenbekämpfung aktiv, was ich jetzt nicht mehr mache. Ich will hier aber etwas bewegen. Es gibt so viele Leute mit Rollator in Römerberg. Da ist Hilfe angesagt. Wie lebt es sich aktuell als älterer Mensch in Römerberg? Gibt es unterschiede zwischen den Ortsteilen? Theurer: Es lebt sich verhältnismäßig gut. Allerdings hat in Mechtersheim gerade die Bäckerei zugemacht und die Leute müssen nun zum Edeka, um Brot und anderes zu kaufen. Merdian: Wenn man nicht mobil ist, hat man Pech gehabt. Vielleicht wäre ein Verkaufsmobil eine Lösung. Immerhin fahren die Busse stündlich. Das ist okay. Theurer: Das gilt aber nicht an Sonn- und Feiertagen. Das ist ein Problem, wenn man zum Beispiel jemanden in Speyer im Krankenhaus besuchen will. Merdian: Wir müssen die Leute auch aufklären, zum Beispiel über Ruftaxis. Wie können Senioren Kontakt mit Ihnen aufnehmen? Merdian: Wir wollen zum Beispiel immer beim Römerberger Mittagstisch als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Wer keine Möglichkeit hat, selbstständig dorthin zu kommen, den holen wir auch ab. Außerdem wollen wir an den Gemeindehäusern in den drei Ortsteilen Kummerkästen aufhängen. Vordrucke sollen im Amtsblatt abgedruckt werden. Was ist noch geplant? Theurer: Wie gesagt, wollen wir die SOS-Dosen einführen. Dabei wollen wir auch die Ärzte einbeziehen. Der Zuspruch ist da. Merdian: Wir können natürlich in vielen Fragen nur Anregungen und Empfehlungen geben. Entscheiden muss dann der Ortsgemeinderat. Termin Sitzung des Sozial- Jugend-, Kultur und Sportausschusses der Ortsgemeinde Römerberg heute, Donnerstag, 18.30 Uhr, im Zehnthaus. Themen: Jahresbericht Mediathek, Bericht über die Nachbarschaftshilfe, Vorstellung des Seniorenbeirates, Information über die Auflösung des Jugendgemeinderates, Informationen und Anfragen .