Speyer „Welch Ehre, Beethoven gegenüber gestellt zu werden“
„Nostalgia“ ist das Thema des Konzerts der Reihe „Kontrapunkte“ am Sonntag, 5. Mai, 18 Uhr, im Historischen Ratssaal in Speyer. Der Bariton Falko Hönisch hat den Gesangspart für den ausgefallenen Marcus Ullmann übernommen. Begleitet wird er von der Pianistin Birgitta Lutz. Antonia Kurz hat vorab mit ihr gesprochen.
Nostalgie als Ausdruck der Sehnsucht nach Vergangenem wurde zum Motto gewählt – und bestimmt den Teil des Abends nach der Pause. Da erkläre ich dem Publikum , welchen Bezug mein Klavierstück „Nostalgia (12 Variationen über ein Thema)“ zu Beethovens Liederzyklus „An die ferne Geliebte“ hat und es anschließend spielen. Den Abschluss des Konzerts gestalten der Bariton Falko Hönisch und ich zusammen: Beethovens Liederzyklus, bestehend aus sechs wunderbaren Liedern des großen Meisters. Wie kam es zu der Auswahl? Der Veranstalter der Reihe, Stephan Rahn, wollte mich als Pianistin – und als zeitgenössische Komponistin – vorstellen. Und so schlug ich ihm – als „Kontrapunkt“ zu Beethoven – meine Vertonungen von Rilke-Gedichten für Singstimme und Klavier vor. Falko Hönisch wird elf Lieder davon singen, ich begleite ihn am Flügel. Um was geht im Gedichtzyklus „An die ferne Geliebte“? Um das romantische Thema Sehnsucht und unerfüllte Liebe – Alois Jeitteles, ein Freund Beethovens, hat die Texte offensichtlich auf Beethovens Lebenssituation zugeschnitten und dem Meister damit das Material für diese genialen, hoch emotionalen Lieder geboten. Welcher „Kontrapunkt“ ist Ihr persönliches Glanzlicht? Natürlich ist Beethoven mit seinen Liedern – auch seine zu Beginn des Konzerts gesungene „Adelaide“ – für mich ein absolutes Highlight! Schließlich bin ich ein Beethoven-Fan seit meiner Kindheit. Und es ist mir eine große Ehre, ihm als „Kontrapunkt“ gegenüber gestellt zu werden. Wie ist es, ein Gedicht zu vertonen? Es ist ganz sicher ein Experiment, gerade Rilkes Lyrik, deren Sprache ohnehin melodisch anklingt, zu vertonen. Darin liegt für mich jedoch auch der besondere Reiz. Jedes Gedicht hat eine eigene Aussage, die mit Worten schwer zu beschreiben ist. Den unterschiedlichen Inhalten nachzuspüren und sie in Töne umzusetzen, wohlgemerkt, sie nicht nur zu untermalen, ist eine ebenso spannende Aufgabe wie auch eine ganz persönliche Interpretation dieser zeitlosen Gedichte. Kennen Sie und Falko Hönisch sich schon? Wir kannten uns nicht persönlich, als er vor etwa vier Wochen zur ersten Probe kam, um den kurz zuvor erkrankten Marcus Ullmann zu vertreten. Aber beim Musizieren lernt man sich schnell kennen. Und es hat sich eine intensive und anregende Zusammenarbeit entwickelt. Wir freuen uns beide auf das Konzert und das Publikum in Speyer. Wird es ein ruhigerer oder ein temporeicher Abend? Beides – eine Mischung aus kreativ und spannend! Vorverkauf Eintrittskarten gibt es bei den RHEINPFALZ-Servicepunkten und dem RHEINPFALZ-Ticketservice unter der Telefonnummer 0631 37016618