Speyer Weitere Fischtreppe kann kommen

Südlich der Bundesstraße: An der alten Mühle, bevor Woogbach und Altwiesengraben sich vereinen, soll die Fischtreppe entstehen.
Südlich der Bundesstraße: An der alten Mühle, bevor Woogbach und Altwiesengraben sich vereinen, soll die Fischtreppe entstehen.

Bei einer Gegenstimme votierte der Ortsgemeinderat Dudenhofen am Donnerstagabend für die Errichtung einer Fischaufstiegshilfe auf dem gemeindeeigenen Gelände an der Wingartsmühle. Für die Maßnahme 300.000 Euro – die Zahl nannte Landrat Clemens Körner (CDU) – auszugeben, nannte Werner Löffler (SPD) „unverantwortlich“. Zumal die Realisierung einer dritten Stufe in Hanhofen ungewiss sei.

Jenseits der Fakten gestand Reinhard Oelbermann (CDU) Löffler zu: „Über die Sinnhaftigkeit der Maßnahme könnten wir lange diskutieren.“ Aber: „Das Ding wurde nun mal von Mainz beschlossen, jetzt machen wir’s.“ Hintergrund ist die europäische Verordnung zur EG-Wasserrichtlinie mit der vom Land Rheinland-Pfalz gewollten Zielvorgabe der „ökologischen Längsdurchgängigkeit aller Oberflächenwasserkörper“. Die sieht der Rhein-Pfalz-Kreis, zuständige Behörde des Gewässerzweckverbands Rehbach-Speyerbach, in Höhe der Wingartsmühle – an der Neumühle wurde bereits eine Fischaufstiegshilfe gebaut – nicht gewährleistet. Das von einem Mitarbeiter der Kreisverwaltung erläuterte Modell: Ein Querriegel aus Quadersteinen verbindet Woogbach und Altwiesengraben, staut in den Zwischenkammern das Wasser auf, überbrückt so den „extremen Höhenunterschied“ von 2,40 Metern, „spült“ das Kleingetier an die Oberfläche und ermöglicht Forelle und Lachs die Durchlässigkeit Richtung Neustadt. Im gepflasterten Bereich unter den Straßenbrücken werden zum Niveauausgleich zwei auf zwei Meter lange „Steinmatratzen“ über das Wasserbett gelegt. Für die Arbeiten ist eine stabile, „baggertaugliche“ Brücke nötig. Sie verbindet das Gebiet Neustadter Straße bis Badeplatz. Die Kosten von 300.000 Euro für das Projekt tragen das Land (90 Prozent) und der Kreis (10 Prozent). Landrat Körner: „Für die Gemeinde ist das Projekt kostenneutral.“ Es sei denn, sie baut für den von der Ratsmehrheit beabsichtigten „Bürgerpark“ eine zweite Rad- und Fußweg-Brücke. Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) im Nachgang zur Ratssitzung: „Die bräuchten wir dann zur Überquerung der Fischaufstiegshilfe.“ Vor einer späteren Ratsentscheidung in Sachen Bürgerpark lehnte Reinhard Burck (Grüne) eine (zweite) Brücke schon mal vorsorglich ab: „Sie ist unnötig, lediglich ein Wunschtraum des Seniorenbeirats.“ Oelbermann argumentierte: „Wir können nicht für Fische und Kleingetier tätig werden und die Menschen ausschließen.“ Eberhard hatte die Initiative zum Bürgerpark und zur Brücke (seit vielen Jahren auch von ihm gewünscht) mit der Entscheidung zur Fischaufstiegshilfe verknüpft. Wenn schon, wollte Manfred Hook (FWG) beide Brückenbauten zu einem Projekt bündeln. Löffler erinnerte daran, dass nach den Fischtreppen an Neu- und Wingartsmühle auch noch ein ähnliches Projekt an der Schlossmühle in Hanhofen ausstehe, das sich laut Kreis „schwierig“ gestalte, weil sich ein Grundstückseigentümer weigere, Land zu verkaufen. Jürgen Creutzmann (FDP) fragte nach der Kosten-Nutzen-Rechnung: „Wie vielen Forellen, Lachsen ermöglicht die Aufstiegshilfe das Weiterkommen?“ Dazu gibt es von Behördenseite keine Schätzung.

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