Speyer Was wäre die Welt ohne Pfälzer Helden?

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Was wäre die Welt ohne Pfälzer Helden? Die „Pfalzrevue“ von und mit SWR-Moderatorin Kerstin Bachtler und Schauspieler Bodo Redner hat diese Frage am Freitag im Dudenhofener Bürgerhaus erschöpfend beantwortet: ein trauriger Planet voller Wasser statt Wein, ohne Dadaismus, Demokratie und Klappmeter.

Mit Dudenhofens Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) und dem Spargel- und Gartenbauverein freuten sich die zahlreichen Besucher auf „Geschichten aus der schönsten Region der Welt“. Mittendrin liege Dudenhofen, erklärte Eberhard mit dem Selbstbewusstsein des Ur-Pfälzers. Auch sein Großvater kam vor im amüsanten wie lehrreichen Ritt durch die Geschichte. Laut Bachtler war Opa Eberhard ein lebendes Beispiel für die heilende Wirkung des „Kilianers“. „Geschmack ist das eine, Gesundheit das Entscheidende“, erklärte sie ihrem Bühnen-Kollegen, der gerade als Rebe mit Pilzbefall fungierte. In den Rollen unzähliger Pfälzer Helden bewegte sich der Wahlpfälzer Redner ganz ungezwungen. Bachtler gab die Heldinnen. Beispielsweise Eva aus Neuleiningen, die das örtliche Schloss mit weiblicher List vor dem Feuertod rettete. Dass Harthausen von einem „schwierigen Völkchen“ bewohnt wird, hat sich nach Auskunft der Protagonisten bereits im 18. Jahrhundert abgezeichnet. Damals haben die Harthausener demnach ihr Gemüse heimlich zwischen den Tabak gepflanzt. Damit sparten sie sich den „Zehnten“, den sie von ihrer Gemüseernte an die Kirche abgeben mussten. Das hat den damaligen Pfarrer so erzürnt, dass er den „Krautstreit von Harthausen“ vom Gartenzaun gebrochen hat. Den Prozess vor dem Speyerer Gericht hat er verloren ... Per Fahrrad transportierten Bachtler und Redner Dudenhofener Spargel zum Mutterstadter Großmarkt. Die Rast versüßten sie sich mit gebrannten Mandeln aus Freinsheim. Dazu gab es wieder eine Geschichte, die wie alle anderen auf Tatsachen beruhte. Auch die, die von Ida und Isidor Strauß aus Otterbach erzählte, die in Liebe vereint mit der Titanic untergegangen sind. Die Zuhörer haben zum Gefangenenchor aus Guiseppe Verdis Oper „Nabucco“ geschunkelt, sie erhielten Kartoffelchips aus der Tüte und in der Pause Sekt und Spargelsnacks. Danach ging es ins Jahr 1832 zum Zuhause eines Neustadter Freiheitskämpfers. Dessen Frau Anna-Maria ist nach Bachtlers Recherchen dafür verantwortlich, dass die deutsche Flagge quer gestreift ist. Was es aber über die Demokratie aussagt, dass die Fahne über dem Abortturm des Hambacher Schlosses weht, ließen die Künstler offen. Hundert Jahre zuvor seien die Presslers, Vorfahren von Elvis, nach Amerika ausgewandert. In Bergzabern habe es die erste französische Republik auf deutschem Boden gegeben. 1937 sei Ruth Backroth zur ersten Pfälzer Weinkönigin gekürt worden. Johann Adam Hartmann aus Edenkoben sei als „Lederstrumpf“ in die Geschichte eingegangen. Den „Gelenkmaßstab mit Federsperre“ hätten zwei Brüder aus Maikammer erfunden. Das und noch viel mehr erfuhren die Besucher. Aus Ehrfurcht vor der „Grumbeere“ trugen sie „Die Frühkartoffel“, das Gedicht eines Rheinländers, vor. Unter der Regie von Bernhard Weller haben Bachtler und Redner die Pfalz in Superlativen Revue passieren lassen. Gäbe es ihre Pfälzer Helden nicht schon, müsste man sie unbedingt erfinden.

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