Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Was tun im Notfall? Feuerwehr informiert Senioren in Speyer

Die Feuerwehr klärte Speyerer Senioren über das richtige Verhalten im Katastrophenfall auf.
Die Feuerwehr klärte Speyerer Senioren über das richtige Verhalten im Katastrophenfall auf.

Katastrophenschutz beschäftigt viele Senioren in Speyer. Feuerwehr-Experten erklärten Warnsysteme, Vorsorge und das richtige Verhalten in verschiedenen Krisenlagen.

Großes Interesse und zahlreiche Fragen aus dem Publikum machten deutlich: Katastrophenschutz ist ein Thema, das viele Seniorinnen und Senioren in Speyer bewegt. Bei einer Informationsveranstaltung im Seniorenbüro gaben Experten der Feuerwehr Hinweise zum richtigen Verhalten in Krisensituationen. Eingeladen hatten die „Quasselgruppe“ des Seniorenbüros sowie die Gemeindeschwester plus Speyer-Mitte.

Thomas Tremmel, Brandschutzbeauftragter der Stadt Speyer, und Feuerwehrchef Peter Eymann informierten praxisnah über Warnsysteme, Selbstschutzmaßnahmen und das richtige Verhalten bei unterschiedlichen Gefahrenlagen. Die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

1. Warnungen ernst nehmen und richtig deuten:

Behörden und Feuerwehr warnen die Bevölkerung über verschiedene Kanäle, vor allem über Warn-Apps und das Radio. Deshalb ist es wichtig, entsprechende Apps auf dem Smartphone korrekt einzurichten. Die App Katwarn etwa sei übersichtlich aufgebaut, so die Experten. Über das Menü links oben lassen sich Orte wie Speyer auswählen. Im Ernstfall erfolgt eine Benachrichtigung auf das Handy. Auch bei großen Veranstaltungen wie dem Brezelfest kann die App nützlich sein. Dazu gibt es sogenannte Themenabos. In besonderen Gefahrensituationen kommen zusätzlich Sirenen und Handywarnungen zum Einsatz. Ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton bedeutet Gefahr und die Aufforderung, sich über Radio, Apps oder andere Medien zu informieren. Ein einminütiger Dauerton signalisiert Entwarnung.

2. Ruhe bewahren und besonnen handeln:

Im Katastrophenfall gilt: Fenster schließen, Warnmeldungen lesen und das Radio einschalten. Die Notrufnummer 112 sollte ausschließlich bei echten Notfällen wie Bränden oder medizinischen Notlagen gewählt werden. Um Telefonleitungen nicht zu überlasten, sollten Angehörige nur kurz informiert werden. Wo möglich, sind nachbarschaftliche Netzwerke zu nutzen, insbesondere zur Unterstützung alleinlebender oder hilfsbedürftiger Menschen.

3. Keine Schaulust, keine Neugierfahrten:

Katastrophentourismus behindert die Arbeit der Rettungskräfte und kann gefährlich sein. Auch hier gilt: Die Notrufnummer 112 nur in echten Notfällen anrufen. Angehörige knapp informieren und vorhandene Netzwerke nutzen, um Nachbarschaftshilfe zu leisten, etwa für ältere oder alleinstehende Menschen.

4. Gut gerüstet mit einer Notfalltasche:

Empfohlen wird, eine Notfalltasche bereitzuhalten. Sie sollte wichtige Medikamente, Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, persönliche Dokumente, eine Liste wichtiger Telefonnummern, eine Taschenlampe sowie ein batteriebetriebenes Radio enthalten. Checklisten zum Download stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter www.bbk.bund.de bereit.

5. Verhalten bei besonderen Gefahrenlagen:

Je nach Gefahrenlage gelten unterschiedliche Verhaltensregeln. Bei einer Schadstoffwolke oder einem Großbrand sollte man im Gebäude bleiben, Fenster und Türen schließen und nicht lüften. Tür- und Fensterspalten können mit feuchten Tüchern abgedichtet werden. Bei Hochwasser ist es ratsam, Keller zu meiden und höhere Etagen aufzusuchen. Wenn möglich, sollte das Gebäude verlassen, wichtige Unterlagen gesichert und auch Haustiere mitgenommen werden. Bei schweren Unwettern empfiehlt es sich, Aufenthalte im Freien zu vermeiden, da bei Blitzeinschlägen Überspannungsgefahr besteht. Lose Gegenstände im Umfeld sollten gesichert werden. Kommt es zu Räumungen oder Evakuierungen, ist den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen und die vorbereitete Notfalltasche mitzunehmen.

6. Vorbereitung schafft Sicherheit:

Schon kleine vorbereitende Maßnahmen können im Ernstfall einen großen Unterschied machen. Wer Sirenensignale kennt, Warn-Apps nutzt und in Ausnahmesituationen ruhig und strukturiert handelt, ist besser geschützt. Die Speyerer Feuerwehr sei für Krisenlagen gut aufgestellt, betonte Wehrleiter Peter Eymann. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) kündigte zudem an, im Laufe des Sommers umfassendes Informationsmaterial zum Katastrophenschutz an alle Speyerer Haushalte verteilen zu lassen.

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