Speyer Was die Zeitung mit einer Pralinenschachtel zu tun hat

Jeder findet etwas in der Pralinenschachtel: das Team der Lokalredaktion mit (von links) Stefan Keller, Patrick Seiler, Nadine K
Jeder findet etwas in der Pralinenschachtel: das Team der Lokalredaktion mit (von links) Stefan Keller, Patrick Seiler, Nadine Klose, Timo Leszinski, Karl-Georg Berg und Martin Erbacher. Es fehlt Anna Warczok.

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt.“ Das ist von Forrest Gump, dem heldenhaften Antihelden aus dem sechsfach Oscar-prämierten Hollywoodfilm der 1990er Jahre. Man könnte das auch auf eine regionale Tageszeitung wie die RHEINPFALZ übertragen. Nicht jeder greift zu jeder Praline, nicht jeder liest jeden Artikel, aber am Ende soll jeder auf seinen Geschmack kommen.

Damit nicht zu viel Rum-Traube-Nuss in der Schachtel liegen bleibt, um nochmals bildlich zu sprechen, hat die RHEINPFALZ die „LeseWert“-Studie in Auftrag gegeben, bei der von März bis Mai auch 100 Abonnenten der „Speyerer Rundschau“ alltäglich ihr Leseverhalten dokumentierten. Sie markierten mit einem Scan-Stift jeden Artikel, den sie lasen, gaben auch an, an welcher Stelle sie gegebenenfalls „ausgestiegen“ sind. Die Redaktion hat sich die Ergebnisse ganz genau angeschaut und daraus ihre Schlüsse gezogen. Vielleicht haben Sie schon ein paar Veränderungen in der gedruckten RHEINPFALZ oder bei rheinpfalz.de wahrgenommen: Wir arbeiten daran, dass möglichst viele Pralinen möglichst vielen schmecken.

Einen Überblick zum LeseWert-Projekt gibt es hier. Die Lokalredaktion Speyer will auf den überdurchschnittlichen Aufmerksamkeits- und Lesewerten, die die Studie für ihre Arbeit ergeben hat, aufbauen. Themen, die auf besonderes Interesse stoßen, will sie noch ausführlicher darstellen und vertiefen. Wird heute über ein Aufreger-Thema in der Stadt berichtet, kann morgen etwa ein Experteninterview dazu folgen, um den Leserinnen und Lesern bei der Einordnung zu helfen. Die Lesewert-Messungen zeigen eindeutig: Wenn so etwas geboten wird, steigen die „Einschaltquoten“.

Die besondere Geschichte

Ein anderes Beispiel betrifft den Lokalsport: Hier muss nicht von Woche zu Woche der Doppelpack aus Vorbericht und Spielbericht aus den einzelnen Sportarten und Ligen dominieren. Es kommt oft viel besser an, wenn die Geschichte aus der Kabine erzählt oder der besondere Sportler vorgestellt wird. Hierfür wollen wir unseren Blick schärfen, ohne anderes zu vernachlässigen.

Veränderungen in diesem Sinn wird es auch bei der Vereinsberichterstattung auf den Stadt- und Land-Seiten geben. Reine Ankündigungen oder die Formalien der Jahreshauptversammlungen rücken in den Hintergrund – viel mehr interessieren die Alleinstellungsmerkmale dieser Vereine, die interessanten Typen vor und hinter den Kulissen. Hier sieht sich die Redaktion ausweislich der LeseWert-Ergebnisse auf einer Wellenlänge mit dem allergrößten Teil der Leserinnen und Leser.

Unterschiedliches Interesse

Nicht jeder isst jede Praline. LeseWert zeigt das zum Beispiel für die einzelnen Ressorts der Lokalausgabe. Am besten schneidet die erste Lokalseite ab, gefolgt von der wöchentlichen Seite Wirtschaft regional, dem Leserforum, der Regionalseite, dem Land, der zweiten und dritten Stadtseite sowie der Kultur regional und dem Sport. Alle Seiten haben aber ihr Publikum und sollen weiter verbessert werden. Sie sollen mit gutem Journalismus, guten Themen und guter Präsentation überzeugen. Das ist letztlich wieder wie bei den Pralinen: Da zählt gutes Handwerk, die passende Rezeptur und das Erscheinungsbild.

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