Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Warum ist das Bürgerbüro immer kürzer geöffnet?

Maximilianstraße 94: Das Bürgerbüro I sitzt in der früheren Sparkassen-Filiale.
Maximilianstraße 94: Das Bürgerbüro I sitzt in der früheren Sparkassen-Filiale.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen verkürzt die Stadt die Öffnungszeiten des Bürgerbüros in der Maximilianstraße. Was bleibt vom Versprechen des kurzen Wegs zum Amt?

Die Stadt Speyer betreibt zwei Bürgerbüros, eines in der Maximilianstraße 94 und eines in der Industriestraße 23. Dort werden für Bürger die häufigsten Verwaltungsdienstleistungen angeboten. In der City ist das Fundbüro angegliedert, im Gewerbegebiet Süd die Führerscheinstelle. Bei der Eröffnung 1999 rühmte sich die Stadt für den Vorbildcharakter mit niedrigschwelligem Zugang zur Behörde und großzügigen Öffnungszeiten. Inzwischen sind die Pforten jedoch kürzer geöffnet: In der Maximilianstraße wurde im Dezember 2025 eine Mittagspause von 12.30 bis 13.30 Uhr eingeführt. Zum 1. März werden die Öffnungszeiten an beiden Standorten verkürzt: Sie schließen dann mittwochs und freitags um 12.30 Uhr statt wie bisher um 13 Uhr.

Zudem wird laut Stadt im Innenstadt-Bürgerbüro ein kombiniertes System für Vorsprachen eingeführt: Bürger könnten ihre Anliegen künftig sowohl nach vorheriger Terminvereinbarung als auch während festgelegter offener Sprechzeiten ohne Termin erledigen, erklärt die Verwaltung. Vorsprachen ohne Termin seien dann nur noch am Montagnachmittag, 13.30 bis 16 Uhr, sowie Dienstag- und Mittwochmorgen, jeweils 7.30 bis 12.30 Uhr, möglich. Termine könnten unter www.speyer.de/termine vereinbart werden.

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Bürger müssen künftig ihren Verwaltungsbesuch genauer planen – was die Stadt auf Anfrage nicht als Problem sieht: „Die Bürgerbüros verfügen weiterhin über kundenfreundliche und umfangreiche Öffnungszeiten und ergänzen sich in ihrem Angebot.“ Die Einschränkungen begründet sie auf Anfrage zum einen mit „arbeitszeitrechtlichen Vorgaben für das Personal“. Zum anderen hätten sich die Anforderungen in den vergangenen Jahren deutlich verändert: „Die Zahl der digitalen Anfragen, insbesondere per E-Mail, ist erheblich gestiegen.“ Durch die organisatorischen Anpassungen würden Servicequalität und Erreichbarkeit „auf hohem Niveau“ gehalten.

Die verstärkte Terminvergabe diene dazu, Abläufe effizienter zu gestalten und Wartezeiten für Bürger zu reduzieren. „Gleichzeitig ermöglicht sie einen gezielteren Personaleinsatz sowie ausreichende Zeiten für sogenannte Rückraumarbeiten, etwa im Zusammenhang mit der zunehmenden Einführung von Online-Diensten im Melde- und Zulassungswesen“, so Verwaltungssprecherin Janine Friedmann.

Jeder plant für sich

Dass im Büro Industriestraße weiterhin ohne Mittagspause gearbeitet wird – was sich zumindest vorerst auch nicht ändern soll –, habe damit zu tun, dass sich die personelle Ausstattung und organisatorische Struktur der beiden Standorte unterschieden. Die Öffnungszeiten würden unter Berücksichtigung der Personalstärke und der arbeitszeitrechtlichen Vorgaben jeweils standortspezifisch organisiert. Im Bürgerbüro I (Maximilianstraße) seien derzeit acht Mitarbeiter tätig, im Bürgerbüro II (Industriestraße) 16.

Die Stadt spricht von einer „konstant hohen“ Auslastung beider Büros. Dazu gehörten monatlich rund 1200 persönliche Vorsprachen an den Arbeitsplätzen im Büro I und 2200 im Büro II. „Hinzu kommen zahlreiche E-Mail- und Telefonanfragen sowie entsprechende Nachbearbeitungen, sodass das tatsächliche Arbeitsaufkommen deutlich darüber liegt“, betont Friedmann.Es gehe dabei unter anderem um melderechtliche Anliegen, Pass- und Ausweisangelegenheiten, Terminvereinbarungen, Statusabfragen oder allgemeine Rückfragen zu Verwaltungsleistungen. Ziel sei, „die Serviceangebote kontinuierlich an die Bedürfnisse der Bevölkerung anzupassen und weiterzuentwickeln“.

Diskussionen über die Öffnungszeiten von Bürgerbüros gab es zuletzt auch in Römerberg und Dudenhofen.

Öffnungszeiten ab 1. März

Industriestraße: Montag und Dienstag, 7.30 bis 16 Uhr, Mittwoch und Freitag 7.30 bis 12.30 Uhr, Donnerstag, 7.30 bis 18 Uhr. Maximilianstraße ohne Termin: Montag, 13.30 bis 16 Uhr, Dienstag und Mittwoch, 7.30 bis 12.30 Uhr.

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