Am Rande Warum die Politik nur ein bisschen Rücksicht auf Fußball nimmt
Für 17 Uhr ist am Dienstag die Sitzung des Verkehrs- und des Bauausschusses angesetzt. Die Tagesordnung: lang. Um 18 Uhr startet das Achtelfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England. Das Interesse mancher Politiker an der Übertragung aus London: groß. Was tun?
CDU-Fraktionsvorsitzender Axel Wilke bittet gleich zu Sitzungsstart darum, zwei der sieben Beratungspunkte vom Programm zu nehmen, damit kürzer getagt wird und Fußballfans noch auf ihre Kosten kommen könnten. Es trifft letztlich die Grundsatzentscheidung über Radarkontrollen in städtischer Regie und die Pläne zur Umgestaltung des Mühlturmparks. Der Stadtvorstand kann mit der Vertagung leben.
Eine Sitzung dauert – nein, keine 90 Minuten
Die Sitzung dauert dann aber doch länger als das Fußballspiel – auch weil es Jogis Jungs nicht mal in die Verlängerung geschafft haben. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) konnte am Ende auf Hinweis Wilkes noch das Ergebnis verkünden. Ihr Fazit aus Speyerer Sicht: „Da hat es sich doch gelohnt, dass wir heute wegweisende Entscheidungen für die Stadt getroffen haben.“
Gelohnt haben sich auch die Querpässe mit Fußball-Bezug am Rande der Digitalsitzung. So ging etwa ein Referent in der Leitung „verloren“, und eine Verwaltungsmitarbeiterin rätselte dazu: „Aus welchen Gründen auch immer: Gewitter oder Fußball.“ Und nochmals die OB, entschlossen so viele Punkte wie möglich zu holen, Verzeihung, abzuarbeiten: „Wir trotzen Wembley.“