Speyer / Vorderpfalz
VR-Bank-Vorstandssprecher: „Beim Sparen kommt es auf einen gesunden Mix an“
Herr Meßmer, ist Sparen noch modern?
Sparen ist und bleibt modern, besonders in unsicheren Zeiten. Gerade finanzielle Sicherheit ist für viele Menschen wichtig. Zu dieser Sicherheit zählt auch, auf den berühmten Notgroschen zurückgreifen zu können. So ein Finanzpolster lässt sich einfacher mit monatlichen Raten aufbauen, als mit Einmalzahlungen. Ob auf ein Sparbuch eingezahlt oder in Wertpapiere angelegt wird, richtet sich ganz nach den Kundenbedürfnissen. Moderne Hilfsmittel wie beispielsweise die VR-Banking-App erleichtern hierbei den Einstieg ungemein.
Woran merken Sie, dass Ihre Kunden weiterhin gerne Geld zur Seite legen?
Die durchschnittliche Sparquote in Deutschland liegt seit Jahren oberhalb von zehn Prozent. Das heißt je 100 Euro verfügbarem Einkommen werden mehr als 10 Euro gespart. Dies bildet sich auch in unseren Büchern ab. Trotz niedriger Zinsen verzeichnen wir einen jährlichen Zuwachs bei Spareinlagen und Wertpapiersparplänen.
Wie hoch ist das Sparguthaben der Kunden bei der VR-Bank?
Das Kundenanlagevolumen liegt bei rund 5,9 Milliarden Euro und zeigt, dass Sparen, ob auf klassischen Sparkonten, in Wertpapieren oder Fonds, bei unseren Kunden präsent und bedeutend ist.
Welche Sparformen werden häufig nachgefragt und was eignet sich für welchen Kunden?
Neben klassischen festverzinslichen Produkten wie unserem VR-Anlagekonto bieten wir eigene Inhaberschuldverschreiben. Darüber hinaus sind vor allem Fonds und ETFs von unseren Kunden gefragt. Diese Formen der Wertpapieranlagen bieten langfristig für die Kunden die größten Chancen. Wie bei so vielem kommt es auch beim Sparen auf einen gesunden Mix an. Die richtige Mischung richtet sich nach den Bedürfnissen unserer Kunden. Sicherheit, Rendite, Liquidität aber auch Ziele und langfristige Lebensplanungen legen dabei den Grundstein für die passende Anlageentscheidung. Als grundsätzliche Empfehlung möchten wir unseren Kunden zwei Dinge mit auf den Weg geben: Stellen Sie sich möglichst breit auf, streuen Sie in unterschiedliche Anlageklassen – und schließen Sie nur Produkte ab, die Sie auch verstehen, das heißt deren Risiken und Chancen Sie klar einschätzen können.
Ist der Weltspartag angesichts niedriger Zinsen noch zeitgemäß?
Der Weltspartag ist nicht nur eine schöne Tradition, nein, er rückt auf vielen Wegen das Thema Finanzplanung in den Vordergrund. Dies findet inzwischen oftmals nicht mehr in den Filialen vor Ort, sondern ganz besonders in den neuen Medien und sozialen Netzwerken statt. Und darin besteht auch das Problem: In den sozialen Netzwerken geistern allerhand selbst ernannte „Finanzgurus“ und „Anlageprofis“ herum, die mit gefährlichem Halbwissen Investitionstipps verbreiten. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen sind Menschen besonders empfänglich für solche Bauernfängereien. Dem langjährigen Sparen steht dann schnell der Totalverlust gegenüber. Der Weltspartag ist daher zeitgemäß, wenn es darum geht, für Finanzbildung zu sensibilisieren.
Zur Person
Till Meßmer (54) ist seit Sommer 2023 Vorstandssprecher der Vereinigten VR Bank Kur- und Rheinpfalz, die ihren Hauptsitz in Speyer hat. Der studierte Bankbetriebswirt, der in Schwetzingen lebt, steht damit einer Genossenschaftsbank vor, die vor 160 Jahren gegründet wurde. Sie beschäftigt rund 700 Mitarbeitende, hat etwa 180.000 Kunden und 73.000 Mitglieder (Stand 31. Dezember 2023). Die Bilanzsumme betrug Ende 2023 rund 6,72 Milliarden Euro.