Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel VR-Bank: Vorstand sieht „zufriedenstellendes, in Teilen gutes“ Geschäftsjahr

Zufriedene Vorstände (von links): Thomas Sold, Till Meßmer, Achim Seiler.
Zufriedene Vorstände (von links): Thomas Sold, Till Meßmer, Achim Seiler.

Für die Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz mit Sitz in Speyer war 2024 wie die Jahre zuvor ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Das kommt laut Vorstand nicht von ungefähr.

Vorstandssprecher Till Meßmer bilanziert ein „zufriedenstellendes, in Teilen gutes“ Geschäftsjahr 2024 bei der Speyerer Bank mit Standorten in einem Gebiet von Baden bis ins Leiningerland. Kreditvolumen (5,3 Milliarden Euro) und Einlagen (5,2 Milliarden) sind zusammengerechnet erstmals über die Zehn-Milliarden-Marke geklettert – das ist für die Genossenschaftsbank auch fast die wichtigere Kenngröße als die Bilanzsumme von 6,8 Milliarden Euro oder der Bilanzgewinn von 10 Millionen Euro.

Wenn ein Kreditinstitut effizient arbeitet, dann läuft es bei entsprechend großen Einlagen- und Kreditsummen auch wirtschaftlich rund – womit der Vorstand mit Meßmer, „Vize“ Thomas Sold und Achim Seiler einen ersten von vielen Erfolgsfaktoren benennt: In allen Bereichen werde nach einer „weiteren Professionalisierung“ gestrebt, so Sold. Die VVR Bank wolle kundenfreundlicher, effizienter und schlanker werden. Neue Abteilungen für Multiprojektmanagement und zentrales Projektmanagement sollen dazu beitragen.

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Hoffnung in Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) sinnvoll einzubinden sei ein Ansatz, die Investition in das Personal ein weiterer. Trotz der Digitalisierung ist die Mitarbeiteranzahl gewachsen: von knapp 700 auf 721 im Vorjahr. Meßmer: „Wir brauchen die Mitarbeiter.“ Der Ausbildungsjahrgang sei vergrößert, ein bisheriger Veranstaltungsraum in Speyer zum Treffpunkt mit Tischkicker, Darts und Getränken für die dort 400 Mitarbeiter umgebaut worden.

Zunehmend schwieriger werde es, Personal für die Filialen vor Ort zu finden. Dennoch seien momentan keine Änderungen in der Filialstruktur geplant, jedoch für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Mit zwei neuen zentralen „Dialogcentern“ – je fünf Mitarbeiter sind für Privat- und Firmenkunden zuständig – wurde ein Teil der Dienstleistungen aus den Filialen heraus verlagert. Das erleichtere einen schnellen Kontakt, zumal immer weniger Kunden in die Geschäftsstellen kämen. „Die zukünftige Filiale wird das Tablet oder Handy sein“, sind die Vorstände überzeugt, wobei Meßmer „persönliche Gespräche mit dem Genossenschaftsbankberater“ auch für die nächsten fünf bis zehn Jahre „und darüber hinaus“ zusagte.

Bauliche Investitionen geplant

Für den Erfolg erforderlich seien zudem bauliche Investitionen, erklärte Sold – und zwar „trotz Trump“ mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Alleine 700.000 Euro seien für Photovoltaik auf eigenen Immobilien ausgegeben worden. Große Bauprojekte stehen in zwei Regionaldirektionen an: Beim seit Jahren geplanten Neubau in Frankenthal hofft der Vorstand auf eine Baugenehmigung und den Start im zweiten Quartal 2025. In Grünstadt soll es Ende 2025 oder Anfang 2026 soweit sein. Dort bleibt nur ein Teil des Bestandsgebäudes erhalten; es entsteht ein neuer Komplex, der auch Platz für Wohnungen und eine Tagespflege enthält. Dafür komme ein privater Bauträger hin; alleine die VR Bank investiert laut Sold einen mittleren einstelligen Millionenbetrag.

Projektskizze: neue Hauptstelle in Grünstadt.
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Entscheidend für den Erfolg ist außerdem das wirtschaftliche Umfeld. Das ist in der Vorder- und Kurpfalz stark, wenngleich laut Meßmer politische Entscheidungen nicht folgenlos bleiben. Das hohe Zinsniveau der Vorjahre habe etwa zu einer Immobilienmarkt-Flaute geführt. Seit der zweiten Jahreshälfte 2024 gehe es wieder nach oben – zunächst bei Altbauten für unter 500.000 Euro, zuletzt auch im Neu- und Geschosswohnungsbau. Firmenkunden investierten noch eher zurückhaltend.

Baldige Genehmigung erhofft: geplanter Neubau in Frankenthal.
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Meßmer verband damit Forderungen an die Politik: „Es muss sich etwas tun, damit die Wirtschaft wieder in die Gänge kommt.“ Er hofft auf eine schnelle Regierungsbildung in Berlin und „fiskalische Impulse“. Die Bank habe ihre Hausaufgaben gemacht, ergänzte Vorstandskollege Seiler: „Unsere strategischen Impulse kommen bei den Mitarbeitern und Kunden an.“

Daten und Fakten

VVR Bank Kur- und Rheinpfalz: 153.722 Privat-, 24.484 Firmenkunden, 71.298 Genossenschaftsmitglieder, Neukreditgeschäft 872,9 Millionen Euro (+23 Prozent), Wertpapierbestand 2,53 Milliarden Euro (+9 Prozent), Immobilienvertrieb 168 Gebäude (+21 Prozent), Gesamtsteueraufwand 16,8 Millionen Euro (+42 Prozent), Zuwendungen über Spenden, Sponsoring, Stiftungen 517.000 Euro (+100 Prozent)

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