Radsport RHEINPFALZ Plus Artikel Vorsitzender Jens Hartwig vom RV 08 Dudenhofen verarbeitet den schweren Unfall

Auch das Lachen kehrt irgendwann zurück: Jens Hartwig vom RV Dudenhofen am Tag vor der deutschen Meisterschaft.
Auch das Lachen kehrt irgendwann zurück: Jens Hartwig vom RV Dudenhofen am Tag vor der deutschen Meisterschaft.

Nach und nach kommt Vorsitzender Jens Hartwig vom RV Dudenhofen nach dem schweren Unfall in der Badewanne zur Ruhe. Etwas freut ihn ganz besonders.

Wenige Stunden, ein paar noch ausstehende Entscheidungen haben Jens Hartwig, Vorsitzender des RV 08 Dudenhofen, zu seinem Sommermärchen deutsche Bahn-Meisterschaft in der Badewanne gefehlt. Dann flogen zwei Starter im Keirin in die Zuschauermenge: Helikoptereinsatz, zehn teils Schwerverletzte in Krankenhäusern, sofortiger Abbruch der Titelkämpfe.

Hartwig bat unsere Zeitung, das bereits für den darauffolgenden Tag ausgemachte Abschlussinterview zu canceln und uns lieber an den Pressesprecher der Veranstaltung, den Cottbuser Thomas Juschuk, zu wenden. Die Tage nach dem traurigen Ereignis strichen ins Land. Der RV-Boss sammelte sich, stand wieder Rede und Antwort, gewährte persönlichste Einblicke in seinen Gemütszustand.

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Verletzte entlassen

„Die letzten beiden Verletzten haben am Montag, 14. Juli, das Krankenhaus verlassen, was mich auch sehr erleichtert hat“, so Hartwig auf Anfrage. Er erlebte eine unruhige Nacht nach den Ereignissen: „Am Montag nach dem Rennunfall wurde ich morgens Schweiß gebadet wach und dachte, ich hätte alles nur geträumt und die DM wäre super verlaufen. Es war aber kein Albtraum. Es war Realität.“

Das E-Mail-Postfach holte Hartwig in die Wirklichkeit zurück, all die Interview-Anfragen, teilweise von Medien, die sich zuvor nie für Bahnradsport interessierten: „An diesem Montag bin ich nochmals zum Unfallort gefahren, hab mich in die Kurve gestellt, und mir kamen nochmals die Bilder in den Kopf, und ich habe nur noch geweint.“

Mehr und mehr Ruhe fand der Dudenhofener erst in seinem Häuschen in der südwestlichen niederländischen Provinz Zeeland: „In der ersten Woche hatte ich noch Probleme, nachts durchzuschlafen, da sehr viele Erinnerungen mich plagten. Nun nach 14 Tagen setzt langsam die Erholung ein“, so Hartwig am Dienstagnachmittag. Was ihn in schweren Zeiten freute, die vielen aufmunternden Telefonate, die Unterstützung, „teilweise von Vereinen und Personen, mit denen ich nicht gerechnet habe“ – besonders vom rheinland-pfälzischen Innenminister Michael Ebling, der sich sofort am Montag gemeldet habe.

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