Speyer Vorschläge für Freilaufflächen: Vier gute Nachrichten für Bello

Gerne draußen: Hunde sind dankbar für Auslauf in der Natur.
Gerne draußen: Hunde sind dankbar für Auslauf in der Natur.

In Speyer fehlt es an Freilaufwiesen für Hunde – dieser Befund ist schon alt. Zuletzt war der Leidensdruck für die Vierbeiner und ihre Halter gestiegen, und die Stadt hatte mit der Freigabe eines Teilbereichs der Domwiesen reagiert. Nun zeichnet sich ab, wo weitere Flächen hinzukommen könnten.

Initiativen der CDU und der FDP datieren von 2019 und 2023. Die Beschwerden von Hundehaltern sind im vergangenen Jahr lauter geworden: Gerade in einer Stadt mit Leinenpflicht gehe es nicht ohne Möglichkeiten für tiergerechten Freilauf. Diese waren für viele allerdings de facto weggefallen, nachdem einerseits die Bundeswehr ihr Betretungsverbot für den Bereich des Übungsplatzes am Ameisenberg verschärft hatte und andererseits städtische Kontrollen im Domgarten ausgeweitet worden waren. Verhängte Bußgelder empörten Betroffene. Eine eingezäunte Fläche am Woogbach reicht nicht aus.

Die Stadt hatte im Sommer 2024 gegengesteuert und eine Teilfläche der Domwiesen – ein durch Fußwege eingegrenzter, nicht eingezäunter Bereich rechts der Rheinallee – freigegeben. Er ist jederzeit frei zugänglich. „Solche Räume wollen wir in Speyer mehr und mehr schaffen“, kündigte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) damals an. Ihre Verwaltung hat jetzt das Ergebnis einer Prüfung von zehn Flächen vorgelegt, von denen sie der Politik vier als neue Freilaufflächen vorschlägt. Es gibt dabei allerdings teilweise Einschränkungen.

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Blick aufs Polygon-Gelände

Potenzial sieht die Verwaltung vor allem im Polygon-Areal zwischen Speyer und Römerberg, das derzeit noch im Besitz des Bundes ist, von der Stadt aber erworben werden soll. Sie plant dort den Neubau eines Tierheims und könnte sich einen Freilauf in einem angrenzenden Bereich der 18 Hektar „mittelfristig“ vorstellen, heißt es in einer Vorlage für den Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Verkehr, der in seiner Sitzung am Dienstag, 21. Januar (17 Uhr, Stadtratssitzungssaal), darüber diskutieren und abstimmen soll, bevor am 6. Februar der Stadtrat endgültig entscheidet.

Weil das Ziel in einer möglichst gleichmäßigen Verteilung von Freilaufflächen über das Stadtgebiet besteht, könnte der Süden zeitweise mit 1500 Quadratmetern am Tafelsbrunnen – vom Polygon-Gelände aus gesehen auf der anderen Seite der L507 – bedacht werden. Sie stünden nach der Ernte ab Spätsommer 2025 zur Verfügung und müssten mit einer Abgrenzung zu einer landwirtschaftlichen Fläche, Mülleimern und Tütenspendern ausgestattet werden, so die Stadt. Gedacht wäre sie für diesen Zweck nur solange, bis das Polygon-Gelände zur Verfügung stünde.

Ausgleichsflächen sind raus

Empfohlen werden zudem 0,5 Hektar im Bereich Nachtweide/Am Rübsamenwühl, die derzeit noch als Grünlandfläche genutzt werden. Aufgrund der laufenden Pachtverhältnisse erst ab 2027 verfügbar wären 9,3 Hektar Acker zwischen dem Industriehof und der Hasenpfühlerweide, die ebenfalls empfohlen werden. Sie stünden aber wohl nicht dauerhaft zur Verfügung, weil sie mit Wohnflächen und einer Kinderbetreuungseinrichtung bebaut werden sollen.

Ausgeschlossen werden sechs weitere geprüfte Flächen, die teils von Bürgern vorgeschlagen worden waren, wie es in der städtischen Vorlage heißt. Vier davon seien als ökologische Ausgleichsflächen ausgewiesen und dürften somit nicht umgewandelt werden: beim Parkplatz der Kleingartenanlage Wamm, auf Grasland hinter dieser Anlage, eine Grünfläche am Industriegleis im Mäuseweg und in der Tullastraße. Der Bolzplatz in der Langen Gewann falle heraus, weil er in privater Hand sei, und eine Fläche am Roßsprung, weil sie langfristig für Dauerkleingärten verpachtet sei. Die Suche sei nicht abgeschlossen, so die Stadt: Weitere Vorschläge in fußläufiger Anbindung an die Wohngebiete seien erwünscht.

Mögliche Freilaufflächen: das Polygon-Gelände (links), aber vorab vielleicht schon ein Bereich am Tafelsbrunnen (rechter Bildran
Mögliche Freilaufflächen: das Polygon-Gelände (links), aber vorab vielleicht schon ein Bereich am Tafelsbrunnen (rechter Bildrand).
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