speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Vor 20 Jahren war die Trauerfeier für Hannelore Kohl im Dom

Überfüllt: Die Menschenmenge reichte vom Domplatz bis in die Maximilianstraße hinein.
Überfüllt: Die Menschenmenge reichte vom Domplatz bis in die Maximilianstraße hinein.

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl ist eng mit Speyer verbunden. Das gilt auch für seine erste Ehefrau Hannelore, die am 5. Juli 2001 verstorben ist. Sie ist anders als der Politiker nicht in Speyer, sondern in Ludwigshafen beigesetzt. Ein Requiem für sie wurde aber im Speyerer Dom gefeiert. Es jährt sich am Sonntag zum 20. Mal und brachte ganz besondere Koalitionen mit sich.

Ein von Trauer gezeichneter Altkanzler verlässt den Dom an der Seite seiner mit den Tränen kämpfenden Söhne Walter und Peter. Sie alle folgen dem Sarg von Hannelore Kohl, die – schwer erkrankt – im Alter von 68 Jahren ihrem Leben ein Ende gesetzt hatte. Der Domplatz ist überfüllt von sogenannten Schaulustigen, bei denen aber überwiegend eher Betroffenheit als Lust vorherrscht. Die Gattin des langjährigen Bundeskanzlers war sehr beliebt. Für Speyer war es nach den Staatsbesuchen, die Helmut Kohl in den 15 Jahren zuvor an und in den Dom geführt hatte, noch einmal ein Ereignis mit viel politischer Prominenz. Bei der Besucheranzahl sollte es das Requiem des CDU-Politikers, ebenfalls im Dom und fast genau 16 Jahre später, sogar übertreffen.

„Es war eine große Anteilnahme der Bevölkerung weit über Speyer hinaus“, erinnert sich der damalige Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller (73, CDU). Er hatte fast alle Kohl-Besuche begleitet. Die Kanzlergattin war zu eigenen Terminen für ihre Stiftungsarbeit in die Domstadt gekommen. Daran erinnerten auch die Kohl-Söhne zehn Jahre nach ihrem Tod bei einer Gedenkveranstaltung in der Dreifaltigkeitskirche.

Begegnungen im Ratssaal

Bei der Trauerfeier für Hannelore Kohl kam OB Schineller in Zusammenarbeit mit den Söhnen die Aufgabe zu, eine Begegnungsveranstaltung im Historischen Ratssaal zu organisieren. Dort waren für die geladenen Gäste dann ganz große Koalitionen zu bestaunen: Claudia Roth (Grüne) mit zahlreichen CDU-Vertretern, Ministerpräsident Kurt Biedenkopf mit früheren erbitterten Gegnern oder Verlegerin Friede Springer mit einst von deren „Bild“-Zeitung heftig Gescholtenen. Unter den ungefähr 1200 Trauernden im Dom war unter anderem auch Gerhard Schröder (SPD), Kohls Nachfolger als Kanzler, gewesen.

In Trauer: Helmut Kohl und Söhne hinter dem Sarg.
In Trauer: Helmut Kohl und Söhne hinter dem Sarg.
x