Speyer Von Aal bis Zander
Der Karfreitag ist der Tag der Angelsportvereine im Landkreis. Bei den meisten kommt Fisch auf den Tisch. Verspeist werden kann der von Freunden der gebratenen Flossentiere direkt vor Ort oder zu Hause. Der Straßenverkauf gehört dazu. Los geht’s jeweils um 11 Uhr.
Beim Angelsportclub in Dudenhofen gibt es nur Fisch zum Mitnehmen. Die Mitglieder seien im Bauhof hinter der Feuerwehr anzutreffen, erklärt Schriftführer Roland Decker. Seefisch und Zander – die Entscheidung liegt beim Kunden. Wie alle Vereine beziehen auch die Sportangler ihren Fisch über einen Händler. „Der liefert die Ware gefroren und wir bereiten ihn zu“, sagt Decker. Schon gut 25 Jahre läuft das so am Karfreitag. Eingebürgert hat sich zudem die Spende des Erlöses für soziale Zwecke. „In den ganzen Jahren sind schon fast 30.000 Euro zusammengekommen“, berichtet Decker. „Selbstverständlich“, lautet die nachdrückliche Antwort von Hans Lehmann auf die Frage, ob auch der ASV Berghausen am Karfreitag Fisch serviert. „Und das, solange der Vorrat reicht“, fügt er an. Saal und Küche des Vereinsheims in der Großen Hohl. werden einen Tag zuvor gerichtet. Die Handgriffe sitzen. „Wir machen das ja schon 30 Jahre“, merkt Lehmann. „Wir waren einer der ersten Angelsportvereine, wenn nicht gar der erste, der das angeboten hat.“ Rund 50 Mitglieder nutzen derzeit die Möglichkeit, am Schäferweiher zu angeln. „Alle Arten sind im Fischbestand zu finden“, sagt Lehmann. Probleme machen die Welse. Die kommen aber am Karfreitag nicht auf den Tisch. Stattdessen gibt es Zander als Filet oder am Stück, Seelachsfilet und als Snack zwischendurch Fischbrötchen. „Selbstabholer haben eine separate Station, um die Wartezeiten zu entzerren“, informiert Lehmann. Auch der ASV Otterstadt hat sich auf den großen Ansturm der Fischesser vorbereitet. In der alten Bierhalle wird ein Team zugange sein. Gut aufgestellt ist der örtliche ASV, was die Aktiven angeht: 340 Personen, davon rund 15 Jugendliche, gehören dem Verein an. Abverkauf bis ausverkauft lautet auch die Ansage von Iris Beck, der Vorsitzenden des ASV Hanhofen. Abgesehen vom beliebten Zander steht Merlan auf der Karte im ASV-Heim in der Hauptstraße 23. Reichlich Auswahl haben Fisch-Esser bei der Sportanglervereinigung in Mechtersheim in den Sereswiesen. Jawohl, auch hier gibt es Zander. Aber dazu noch: Rotbarsch, gebackener Aal, Merlan, Scampispieß und Fischbrötchen. „Wir panieren unsere Fische, außer dem Merlan, selbst“, betont der Vorsitzende des rund 125 Mitglieder starken Vereins, Rudi Kellner. Eine Woche vor Karfreitag haben die Vorbereitungen im Vereinsheim begonnen: Saubermachen, Küche herrichten, Möbel stellen. Gefischt wird im Schänzel, in einem bunt gemischten Fischbesatz, der im Frühjahr neu eingebracht wird. In einem Teilbereich des Gewässers ist auch der ASV Heiligenstein zugange, der sein Vereinsheim In den Rauhweiden ebenfalls am Karfreitag öffnet. Zander, Merlan, gebracht vom Händler und zubereitet von den Helfern. Für den ASV ist es die erste Veranstaltung im Frühjahr, weshalb das komplette Gelände erst auf Vordermann gebracht werden muss. Kräftig Hand angelegt hat gleichermaßen der ASV Lingenfeld, der gleich vier Vereinsgewässer betreut. Im Anglerheim werden die Mitglieder – rund 280 sind es insgesamt – Seelachs- und Rotbarschfilet sowie ganzen Zander aus der Pfanne auftischen. Wer noch Hunger hat, greift zum Fischbrötchen. Stellt sich nur noch die Frage nach der Beilage. Auch da sind sich die Vereine einig: Pommes oder Kartoffelsalat, so traditionell wie der Karfreitags-Fisch. Beginn ist bei allen Vereinen um 11 Uhr. Die Rubrik Unter dem Titel „Dienstagsfrage“ beantworten wir Fragen, die im Alltag im Speyerer Umland auftauchen.