Speyer Vom Feld aufs Fest

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Das Sommerfest der Ortsgruppe Waldsee des Pfälzerwald-Vereins ist dieses Jahr ein Jubiläumsfest: Seit 35 Jahren treffen sich die Waldseer „Pfälzerwäldler“ zum regelmäßigen Wandern oder auch für Fahrradtouren, und seit fast ebenso langer Zeit feiert der Verein sein Sommerfest in der Sommerfesthalle am Waldrand.

Im Jahr 2003 beschloss man, das Sommerfest mit einem Oldtimertraktoren-Treffen zusammenzulegen und feiert seitdem gemeinsam mit gutem Erfolg, denn nicht nur die Halle war gestern zur Mittagszeit gut besucht, sondern auch alle Außensitze. Für die Kinder gab es in diesem Jahr einen Geschicklichkeitsparcour mit Tret-Traktoren. Der wurde auch mit Kinderwagen erfolgreich absolviert. Und außerdem wurden Rundfahrten auf dem Anhänger eines Traktors angeboten. Mit dem Fahrrad waren einige befreundete Pfälzerwald-Vereins-Ortsgruppen gekommen, wie Dudenhofen, Neuhofen, Rheingönheim und Römerberg. Am Samstagabend wurden die langjährigen Vereinsmitglieder geehrt. Seit der Gründung vor 35 Jahren sind 25 Mitglieder dabei, davon welche, die in ihr 90. Lebensjahrzehnt getreten sind – wandern hält eben jung. Seit 25 Jahren sind drei Wanderer dabei, seit 15 Jahren vier und seit zehn Jahren sechs. Um die Sommerfesthalle herum hatten die Traktorfreunde aus Waldsee und anderen Orten am Sonntag ihre Schätze geparkt. 120 Oldtimer-Traktoren waren da. Und Lore Nieser, der Vorsitzenden der Waldseer Pfälzerwald-Vereins-Gruppe, und ihrem Mann Theo gehörten allein schon fünf davon, alle aus den 1950iger Jahren. Es sind zwei Deutz, ein Eicher, ein Porsche und ein Lanz-Bulldog. Nicht ganz so alt mit Baujahr 1963 ist der John-Deere-Traktor von Arnold Weick aus Waldsee. Sein Vater Matthäus Weick hatte ihn im Februar 1963 gekauft und ihn – er war Landwirt – bis in die 1980iger Jahre gefahren. Zwei Jahre nach Erwerb ließ er ein Dach aufsetzen, sonst ist bis heute nichts verändert außer den zwei vorderen Kotflügeln. Arnold Weick benutzt ihn heute noch, etwa zum Holztransport. Neben Traktoren gibt es auch etliche Unimogs zu bewundern. „Unimog“ heißt „Universal–Motor-Gerät“. Es sind allradgetriebene Zugmaschinen und Klein-Laster, die zunächst bei Boehringer gefertigt wurden und von 1951 bis heute bei Daimler-Benz hergestellt werden. Ihre Aufgaben haben sie in der Land- und Forstwirtschaft und beim Militär. Franz Asmacher aus Speyer hat einen vom Baujahr 1956 ausgestellt, mit „Froschaugen“-Scheinwerfern. „Eigentlich sollten die mal die Traktoren ablösen, die zu langsam waren, aber sie waren zu teuer“, meint er. Sein Unimog – er hat zu Hause noch zwei – ist unverändert seit 1956, nur das Holzgatter um die Ladefläche hat er mal vorsichtshalber erneuert. Das gute Stück ist immer noch in Gebrauch, beim Wegfahren von Bauschutt etwa oder beim Feuerholz machen. Ein sehr spezieller Oldtimer ist das BMW-Motorrad mit Beiwagen, Baujahr 1943, von Christian Job aus Schwegenheim. Sandfarben lackiert, mit einem Extra-Luftfilter gegen den feinen Wüstensand, und jedes Ausrüstungsstück des Gepäcks authentisch. „Diese Krads mussten innerhalb weniger Monate entwickelt werden, nachdem sich die zivilen Motorräder als ungeeignet für Steppe und Wüste gezeigt hatten.“ Er erklärt, dass das Fahrzeug im Zweiten Weltkrieg in Afrika im Einsatz war. Job tritt auch im europäischen Ausland bei „Living-History“-Gruppen zum Zweiten Weltkrieg auf. „Für mich ist das eine Form des Erinnerns und Gedenkens“, sagt er. |adö

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