Speyer Volle Breitseite

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Die Bayou Alligators wurden wieder einmal in der Nähe der Rheinauen gesichtet! Genauer gesagt – am Samstagabend im Bürgerhaus in Dudenhofen.

Die bissigen Reptilien sind eigentlich in den Südstaaten der USA beheimatet – in der Sumpflandschaft des Mississippi-Deltas. Wo zahnlückige Banjo-Spieler, Schwarzbrenner und Moskitos ihr Unwesen treiben, gedieh auch die Cajun-Kultur. Die frankophone Bevölkerung, die in dem unzugänglichen Sumpfgebiet hauste, entwickelte über die Jahrhunderte eine eigene Küche, Sprache und eben auch Musik. In Verbindung mit kreolischen und afro-amerikanischen Blues entstand der Zydeco, eine schnelle, tanzbare Stilmischung, die immer wieder das diatonische Akkordeon zur Melodieführung und das Waschbrett als Rhythmusinstrument einsetzt. Die Bayou Alligators fühlen sich hörbar wohl in dieser Gemengelage – genauso wie das Publikum, denn wenn Eggi Gator und seine Mitstreiter einen schnellen Zydeco hinlegen, dann bleibt im Bürgerhaus keiner mehr ruhig stehen. Da wirbeln die Tanzpaare über das Parkett, das Temperament ist offenbar beiderseits des Atlantiks ähnlich gestrickt. Obwohl die Bayou Alligators mittlerweile auf 25 Bandjahre und acht CDs zurückblicken – bis 2010 unter dem Namen Zydeco Alligators – ist ihre Musik eher etwas für Kenner und Genießer. Qualitativ ist die Saitenfraktion alleine schon das Eintrittsgeld wert; wenn die Bluesharp, das Akkordeon oder das Waschbrett Pause haben, zeigen die Instrumentalisten, dass sie durchaus ein Händchen für gefühlige, langsame Bluesnummern besitzen. Auch Country und Jazz findet sich in dem Potpourri, das die Vier servieren. Deutlich ist zu hören, dass der Sound, der als Rock ’n’ Roll die Welt eroberte, in diesem Gemisch seinen Ursprung hat. Als abendfüllende Band agieren die Bayou Alligators deutlich abwechslungsreicher als 2014 bei einem Bluesfestival in der Festhalle. Damals konzentrierte sich die Band auf ihre Zydeco-Elemente, jetzt gab’s dagegen die volle Breitseite. Ein Shuffle hier, ein Gitarrenblues dort, ein wilder akkordeongetriebener Tanzbeinaktivator dazwischen – und aufgehört wird erst, wenn das Licht angeht. Nun, ganz so ungezügelt war es zwar nicht, aber die Spielfreude lässt die Männer auf und die Tanzpaare vor der Bühne schnell mal die Zeit vergessen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Alligatoren wieder mal den Rhein hochschwimmen.

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