Speyer Volle Badewanne ist das Schönste

DUDENHOFEN. Mit jedem seiner 73-Zentimeter-Oberschenkel-Muckis und seinem auch anderweitig muskelbepackten Körper von etwa 190 Pfund ist Robert Förstemann ein Mann von bedrohlicher Präsenz, jedenfalls für alle Radsprinter, die sich an Bahnrekorde wagen. „Försti“ pulverisierte alle Bestmarken – beim 21. Sprintermeeting in Dudenhofen raste das Thüringer Kraftpaket zu seinem elften Bahnrekord, aufgestellt in aller Welt.
Wie berichtet, rückte Förstemann die 2006 gesetzte Bestmarke des geadelten Schotten Chris Hoy in die Vergangenheit. Dessen 13,14 Sekunden für die 250 Meter auf der Dudenhofener Zementpiste drückte der Athlet aus Gera auf 12,883 herunter. Das aber erlebten nur etwa 200 Leute. Förstemann trat nämlich schon am ersten Nachmittag der Zwei-Tage-Veranstaltung zur Aktion Bahnrekord an, „weil da das Wetter ideal war“ und er nicht wisse konnte, wie es abends und anderntags sein würde. Um die am Freitagabend gut 1500 Zuschauer nicht zu enttäuschen und zusätzlich befeuert von einer Prämie, machte er sich daran, seine Bestmarke nach sechs Stunden erneut zu verbessern. Der zweite Versuch ging mit 12,953 Sekunden knapp daneben. „Schade, schade“, sagte Robert Förstemann im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Nur zu gerne hätte er den Kraftakt bewältigt, an einem Tag gleich zweimal schneller als alle seine Vorgänger ums Oval zu flitzen. „Na ja, ich heb’ mir halt noch was auf für die nächsten Jahre.“ Vielleicht gibt es schon 2015 einen neuen Dudenhofener Bahnrekord der Marke Försti. Enttäuscht darüber, dass er später im Einzel-Sprint und am Samstag im Keirin die Plätze fünf beziehungsweise drei belegte, war er keineswegs. „Ich muss ja Kraft sparen für die deutsche Meisterschaft ab Donnerstag in Cottbus.“ Dahin fuhr er gleich nach der „Sache in Dudenhofen“. „Für unseren Sport gibt es nichts Schöneres als eine volle Badewanne“, meinte Vereinsvorsitzender Clemens Spiekermann über die gegenüber den Vorjahren stattliche Zuschaueranzahl. Und er witzelte, dass er „die schwerste Aufgabe der ganzen Veranstaltung hat. Denn ich bin fürs Wetter verantwortlich“. So gesehen, bricht der Arzt nunmehr beruhigt in seinen Urlaub auf. Denn diesmal wurden nur die Trikots der Athleten (schweiß-)nass. Dudenhofen und damit die Badewanne blieben trocken. Das freute auch den stets sowohl zuversichtlichen wie skeptischen Dieter Landry, im nunmehr 35. Jahr Cheforganisator aller großen Rennen in „seiner“ Bahn. Über die Maßen jubelte auch der junge Mechtersheimer Sascha Deringer. Dem 15-Jährigen vom RV Dudenhofen steht der erste ganz große Auftritt bevor. Frank Ziegler, der erfolgreichste deutsche Radsport-Trainer, nimmt ihn zu den nationalen Titelkämpfen mit. „Ich setze ihn beim Sprint und 500-Meter-Zeitfahren ein“, sagte Ziegler: „Ich bin gespannt, was er drauf hat.“ RVD-Mitorganisierer Nick Salmon sprach die Empfehlung aus.