Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Volkstrauertag in Römerberg: Kritik an Bürgermeister

Bei der stillen Kranzniederlegung am Sonntag in Heiligenstein: Vereinsvertreter versammeln sich vor dem Kriegerdenkmal. Bis verg
Bei der stillen Kranzniederlegung am Sonntag in Heiligenstein: Vereinsvertreter versammeln sich vor dem Kriegerdenkmal. Bis vergangenes Jahr fand am Volkstrauertag in jedem Römerberger Ortsteil eine Gedenkfeier statt. Foto: Walburg/frei

Günter Walburg kritisiert den Römerberger Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) dafür, wie die Entscheidung zustande kam, dass am Volkstrauertag in Römerberg nur eine zentrale Gedenkfeier stattfand. Hoffmann gesteht auf Anfrage Fehler ein, kündigt aber eine weitere Änderung im Veranstaltungskalender an, für die er auch mit Kritik rechnet.

Walburg findet, dass der „einsame Beschluss“ einer kleinen Gruppe mit dem Ortsbürgermeister und drei weiteren Personen ohne Beteiligung der Bevölkerung kein guter Stil im Umgang miteinander sei und „große Teile der Bürger“ verärgere. Walburg sagt, dass „eine solch weitreichende Entscheidung“ im Konsens mit der Bevölkerung und in Absprache mit dem Ortsgemeinderat, den drei Ortskartellen und den Kirchengemeinden erfolgen sollte. Was ihn ebenfalls ärgert, ist, dass fälschlicherweise im Amtsblatt stand, dass das Einvernehmen zu dieser Entscheidung mit den Ortskartellen zustande gekommen sei. Bei dem Treffen, bei dem der Entschluss gefallen sei, fehlten laut Walburg die Ortskartellvorsitzenden von Heiligenstein und Berghausen sowie der Erste Beigeordnete Franz Zirker (CDU). Walburg, der für die CDU im Ortsgemeinderat sitzt, betont, dass er diese Meinung nicht als CDU-Ratsmitglied, sondern als Römerberger äußere, der die Nachkriegsjahre als Kind miterlebt habe und für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge tätig war.

Hoffmann verteidigt Entschluss

Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann gibt Walburg auf RHEINPFALZ-Anfrage dahingehend recht, dass er den Ortsgemeinderat hätte informieren sollen. Außerdem nimmt er den von Walburg kritisierten Satz im Amtsblatt „auf seine Kappe“. Dieser sei aus den Vorjahren übernommen worden, sagt Hoffmann, der sich einen Seitenhieb auf Walburg aber nicht verkneifen kann: „Er ärgert sich auch, dass ich Bürgermeister bin.“

Dass es ein „einsamer Entschluss“ gewesen sei, will Hoffmann nicht stehen lassen. Es sei Konsens im Ortsvorstandsteam – zu dem auch die Beigeordneten zählen – gewesen, dass es Zeit sei, etwas zu verändern. Ortsbeigeordneter Franz Zirker sei zwar an dem Gesprächstermin verhindert, aber bei dem Thema einbezogen gewesen, behauptet Hoffmann. Zirker relativiert auf Anfrage Hoffmanns Aussage. Er sei damit einverstanden gewesen, die Gedenkfeier zu zentralisieren, wenn alle – also auch die Ortskartelle – einverstanden gewesen wären, sagt Zirker.

„Interesse hat abgenommen“

Von den Ortskartellen habe er die Rückmeldung bekommen, dass sie an der Kranzniederlegung vor den Denkmälern in den jeweiligen Ortsteilen festhalten wollen, sagt Hoffmann. Bei der stillen Kranzniederlegung am Sonntag in Heiligenstein waren auf Initiative des Ortskartells Vereine mit Fahnen anwesend. Die zentrale Gedenkfeier war in Berghausen. Der Ortsbürgermeister begründet die Entscheidung für eine zentrale Gedenkfeier damit, dass diese für den Bauhof, die Feuerwehr und die Vereine leichter als solche Veranstaltungen in jedem der drei Ortsteile zu stemmen sei. Außerdem habe das Interesse an den Gedenkfeiern abgenommen. Hoffmann möchte deshalb neue Wege gehen und zum Beispiel die Grundschulen und damit junge Menschen einbeziehen. Nächstes Jahr solle die zentrale Gedenkfeier in Heiligenstein sein, sagt der Ortschef.

Eine Änderung verkündet er auch für den Neujahrsempfang im Januar. Dabei werde keine Sportlerehrung mehr stattfinden. Diese bekomme einen eigenen Termin. Grund sei, dass der Teil mit den Ansprachen für die Jugendlichen zu lange gedauert habe. Ältere Bürger hätten ihm gesagt, dass es in der Rhein-Pfalz-Halle wegen der jugendlichen Sportler und deren Eltern zu voll gewesen sei. Außerdem will Hoffmann die Kosten für den Empfang reduzieren. Eine Lasershow für 2500 Euro werde es bei ihm nicht geben, kündigt er an.

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