Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel „Vincenz“: Eine neue Notaufnahme für 18.000 Patienten

Haben gut lachen: Mitarbeiter des „Vincenz“ freuen sich über die Behandlungsmöglichkeiten in der neuen Notaufnahme.
Haben gut lachen: Mitarbeiter des »Vincenz« freuen sich über die Behandlungsmöglichkeiten in der neuen Notaufnahme.

Das St.-Vincentius-Krankenhaus macht sich fit für die Zukunft: Nach zwei Jahren Bauzeit ist die kernsanierte Zentrale Notaufnahme (ZNA) fertig. Am Freitag wurde sie eröffnet.

Die Zahlen beeindrucken: 21 Behandlungsräume auf rund 900 Quadratmeter Nutzfläche, 600 Quadratmeter Lüftungskanäle, 480 Meter Trinkwasserleitungen, mehr als 30 Kilometer Kabelstränge, Investitionskosten von rund 6,6 Millionen Euro. Die neue ZNA des „Vincenz“ und das mit ihr kombinierte Elektive Behandlungszentrum (EBZ) seien „ein bedeutender Baustein für die medizinische Versorgung in der Region“, lobte Nicole Steingaß (SPD), Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium, die vom Land mit vier Millionen Euro geförderte und nun abgeschlossene Baumaßnahme.

Lichtdurchflutete Räume, helle Farbtöne, breite Wege, modernste Gebäudetechnik – in der aus dem Jahr 1980 stammenden ZNA und im angrenzenden früheren Krankenhauslabor blieb kein Stein auf dem anderen. Hinter der Wand zur überdachten Liegendanfahrt für Patiententransporte wurde ein völlig neuer Grundriss eingezogen. Zwei Leitstellen, je eine für Akutfälle und eine für geplante Behandlungen, sollen die Patientenströme kanalisieren und Arbeitsprozesse erleichtern.

Immer mehr Patienten

Rund 18.000 Menschen hätten im vergangenen Jahr die ZNA aufgesucht, Tendenz steigend, sagte Thomas Goldmann. Der Leitende Arzt der ZNA führt dies unter anderem auf die ausgedünnte Kliniklandschaft in der Südpfalz zurück sowie auf die Verzweiflung vieler Patienten, die sich andernorts vergebens um Hilfe und Termine bemüht hätten. Um infektiöse Kranke getrennt versorgen zu können, verfügen mehrere Behandlungsräume über ein separates Lüftungssystem. „Das haben wir aus der Corona-Pandemie gelernt“, so Goldmann.

Für Wolfgang Schell, Vorstand der Krankenhausstiftung der Niederbronner Schwestern und Sprecher des Krankenhausträgers, ist die grundsanierte Einheit aus ZNA und EBZ gewissermaßen „die neue Tür ins Vincenz“. Damit und mit dem 2022 eingeweihten Bettenhaus sei die Bautätigkeit im Klinikkomplex an der Holzstraße nicht abgeschlossen. Derzeit wird das Hauptgebäude aufgestockt, die Intensivstation wurde von 14 auf 20 Betten erweitert, eine Photovoltaik-Anlage ist in Planung. Bis 2027, so Schell, werde man rund 45 Millionen Euro in die Modernisierung des „Vincenz“ investiert haben. Davon kämen 28 Millionen vom Land, 17 Millionen steuere der Träger bei.

Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) bezeichnete die neue ZNA als „Versprechen“ an die Bevölkerung: „Im Notfall sind wir für euch da.“

Termin

Tag der offenen Tür am Samstag, 5. Juli, 10 bis 14 Uhr, mit buntem Programm und Möglichkeit zum Besuch der modernisierten Bereiche der ZNA und des EBZ sowie der Station der Konservativen Orthopädie und Schmerzmedizin im neuen Bettenhaus.

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