Speyer Vieles verändert sich, christliche Prägung bleibt

Grrrrrrr: Philipp, der freundliche Tiger, beim Kinderschminken.
Grrrrrrr: Philipp, der freundliche Tiger, beim Kinderschminken.

Für ihr Jubiläumsfest am Sonntagvormittag hatte die Kita St. Kunigunde Dudenhofen das Motto „Kinder, wie die Zeit vergeht“ gewählt. Vergangen ist seit der Gründung der katholischen Kindertagesstätte mittlerweile ein halbes Jahrhundert. 115 Jungen und Mädchen besuchen die Einrichtung derzeit. Sie werden von 17 Erzieherinnen betreut.

Pfarrer Josef Metzinger, auch 50 geworden, kann sich im Festgottesdienst zwischen Begrüßung und Wandlung beruhigt „zurücknehmen und die Gestaltung den Kindern überlassen“. Sein Erleben als Hausherr der Kita: „Sie vermittelt ein sehr gutes pädagogisches, christlich geprägtes Programm.“ Spielend werde gelehrt, dass sich gegenseitiges Helfen und Unterstützen lohne und Gott alle seine Geschöpfe liebe. Die Kinder sprechen das Tagesgebet und haben mit Pastoralreferentin Sabine Alschner ein Evangeliums-Spiel eingeübt. Das große Herz am Altar bilden sie aus Fotos ihrer noch nicht lange zurückliegenden Baby-Zeit. Instrumental begleitet die „Kindergärtnerinnen-Band“ den Gottesdienst. Früher und aktuell tätige Pädagoginnen musizieren zum Jubiläum einmalig gemeinsam. Anschließend gibt es Mittagessen auf der Pfarrheim-Wiese. Kita-Leiterin Karin Geißler blickt im Gespräch mit der RHEINPFALZ auf die Geschichte der Kita zurück. An wesentlichen Änderungen im vergangenen halben Jahrhundert nennt sie unter anderem die Ganztagesbetreuung inklusive Essensangebot, die in St. Kunigunde von 60 Kindern in Anspruch genommen wird. Vorschulisches Lernen und Sprachförderung – die Kinder lernen auch erste französische Wörter – sind ebenfalls seit den Gründungstagen hinzugekommen. Die Aufnahme von Zweijährigen habe die Kita vor neue Herausforderungen gestellt. Im September 2017 starte die Diözese in ihren Einrichtungen das Konzept Qualitätsmanagement. Kern sei die umfassende Dokumentation der Lern- und Verhaltensfortschritte sowie der Defizite der Kinder. Gerade rechtzeitig zur Jubiläumsfeier fertig geworden sind der neue Anstrich und der Einbau neuer Lampen im ersten Stock. Dringend benötigt würden eine neue Küche und eine weitere Klimaanlage. Ein Lied der Kinder eröffnet das offizielle Festprogramm. Die Kita-Leiterin dankt der Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde für das offene Ohr bei finanziellen Wünschen. Rosen gibt es für die Erzieherinnen, die „Küchenfeen“ und Reinigungsfrauen. Für den Pfarrgemeinderat gratuliert dessen Vorsitzender Thomas Klatt, der vor 30 Jahren selbst als Kind die Kindertagesstätte besuchte, für das bischöfliche Ordinariat überbringt Heinz-Peter Schneider und für die Verbandsgemeinde Bürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) Glückwünsche. Der Elternausschuss spendet 3500 Euro zur Anschaffung eines Klettergerüsts. Dudenhofens Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) zitierte Winston Churchill: „Es ist einfacher eine Nation zu regieren, als vier Kinder zu erziehen.“ Eberhard bestätigte auch, dass die Ortsgemeinde im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Ratssitzung zugestimmt habe, die Gebäudeträgerschaft von Kirchenstiftung und bischöflichem Ordinariat zu übernehmen: „Es war ein sehr faires Angebot.“ Seit ihrer Bauträgerschaft 2012 habe die Ortsgemeinde über 600.000 Euro in die Kita investiert. Betriebsträger bleibt die Kirche. In seinem Rückblick auf die Geschichte der Kita blickte Eberhard auch auf seine eigene Kindheit zurück: „Damals gab es auf der Wiese noch ein Schwimmbad.“ Nach dem Auftritt der Großen wird eine Riesen-Torte mit 115 Muffins als Geburtstagsgeschenk aus dem Zelt geschoben. Am Nachmittag haben die Kinder noch die Möglichkeit, sich an verschiedenen Spielstationen zu beschäftigen. Für die Eltern und andere Gäste gibt es Informationen über die Kita-Vergangenheit. Zum Abschluss präsentieren Absolventinnen der Fachschule für Sozialpädagogik Speyer ein musikalisches Mitmachprogramm.

x