Speyer Vieles neu macht der Aufstieg

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Speyer. Vieles ist neu beim FC Speyer 09 vor dieser Saison: im Funktionsteam, bei der Trainingsgestaltung, die rote Auswärtsspielkleidung, natürlich im Kader. Vor allem ist nach dem Aufstieg aber die Spielklasse neu.

„Wir haben keinen Perspektivkader mehr“, sagte Trainer Ralf Gimmy im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Aus also die Zeiten einer Handvoll junger Akteure mit guter Aussicht auf den Kader der ersten Mannschaft: „Bei uns sind alle Spieler Perspektivspieler.“ Immer wieder trainierten Kicker von A-Junioren und A-Klasse-Team bei ihm mit. „Wenn jemand konstant gute Leistung zeigt, geht es schnell bei mir.“ Ist es schon etwas Altersmilde eines Mittfünfzigers, wenn Coach Gimmy diesmal am Brezelfestsonntag nicht um 7.30 Uhr einen Waldlauf ansetzt, sondern um 10 Uhr ein herkömmliches Training? Er erklärt: „Das hat es bei mir in 26 Jahren nicht gegeben. Das ist der Aufsteigerbonus und ein Fingerzeig an die Mannschaft. Am Samstag gehen wir geschlossen zum Brezelfest, auch zur Einführung der neuen Spieler.“ Zudem kommt er seinen Jungs mit am Europameisterschaftsspielplan angepassten Trainingszeiten entgegen. Denn Gimmy weiß und betont immer wieder, dass nach dem Abgang namhafter Fußballer in punkto Teamgeist und Kameradschaft eine Schippe draufgelegt werden müsse. Zu den Abwanderern zählt neben Matthias Herrmann, Alexander Reichert, Eric Biedenbach und Steffen Burnikel Christian Heil, nicht zuletzt Titelverteidiger in Gimmys eigener Champions League. Dort gibt es Punkte für Trainingsleistung. Gerade sammelte Andreas Backmann drei Zähler für Spielverständnis und Laufvermögen. Von den Neuen lobte er bislang den vielseitigen Marc Thau, den flinken Rosario Vinciguerra sowie den erfahrenen Torwart Sascha Rausch: „Auf dieser Position sind wir mit fünf Leuten sehr gut aufgestellt.“ Neu ist auch das Trainerteam: „Das macht sich schon sehr positiv bemerkbar“, kommentiert Gimmy, dass ihm nun mit Eleftherios Konstantakis und seinem alten Wegbegleiter Emilio Fioranelli für die Torhüter neue Assistenten zur Seite stehen: „Es gibt wohl nicht viele Vereine in der Gegend, die drei A-Schein-Inhaber haben. Vom höheren Trainingsniveau versprechen wir uns bessere Leistung.“ Fioranelli bringe durch seine Tätigkeit beim 1. FC Kaiserslautern gute Qualität mit. Der bereits bisherige Co Backmann (40) übernehme Aufwärmen, Koordination, Stabilisation und Passübungen, ehe er als Spieler gefragt sei, erläuterte Gimmy die Aufteilung. Spezielles Standard- oder Individualtraining sei nun möglich. „Die letzte Entscheidung werde ich haben.“ Noch stärker eingebunden als Sportlicher Leiter ist nun Klaus Weber. Er beerbt Klaus Scherrer, der aus beruflichen Gründen zum 30. Juni sein Engagement für die Speyerer beendete. In dieser Konstellation wollen die Verantwortlichen „möglichst keinen Abstiegsstress erleben“, kündigte Gimmy an: „Wir wollen uns etablieren und ein positiver Zugewinn, ein anständiger und freundlicher Verein sein. Spielleiter Weber: „Wir wollen die vielen jungen Spieler entwickeln.“ Fertige seien nicht finanzierbar. Gimmy: „Ich staple nicht tief. Das habe ich auch vorher nicht gemacht. Wir sind aber kein Geheimfavorit. Unter den ersten Fünf landen zu wollen, ist Quatsch.“ Da hebt er lieber SV Waldalgesheim, Nachbar FV Dudenhofen, Mitaufsteiger SV Herschberg, Hassia Bingen und Jahn Zeiskam mit vier seiner Ex-Spieler auf den Favoritenschild. Das Auftaktprogramm hat es in sich. „Wenn wir da nicht so viele Spiele gewinnen, bin ich gespannt auf die Reaktion der Spieler und des Umfeldes“, meinte der Coach. Alles beim Alten bleibt aber auch etwas. Das Trainingslager steigt aus Kostengründen unter den eigenen „hervorragenden Bedingungen“. Gimmy benennt den Spielerrat, und „nichts spricht dagegen“, dass der Ur-Speyerer Maurizio De Vico Kapitän bleibt. So spielen sie Abgänge: Eric Biedenbach (Jahn Zeiskam), Steffen Burnikel (Jahn Zeiskam), Domenico De Vico (FV Berghausen), Christian Heil (Phönix Schifferstadt), Matthias Hermann (FSV Schifferstadt), Alexander Reichert (Jahn Zeiskam) Zugänge/Kader: Fethullah Bahar (eigene A-Junioren), Milot Berisha (SV Rülzheim), Fidan Haxhijaj (Ludwigshafener SC A-Junioren), Eric Häußler (eigene A-Junioren), Tim Lechnauer (TSV Lingenfeld), Ahmet Pinarbasi (Wormatia Worms II), Sascha Rausch (TuS Nöttingen), Marc Thau (Arminia Ludwigshafen), Rosario Vinciguerra (Ludwigshafener SC A-Junioren), Lukas Pousset (TuS Mechtersheim II), Yannik Sahin, Andreas Backmann, Daniel Bundus, Sanel Catovic, Maurizio De Vico, Isa Esen, Christoph Gass, Valentin Ion, Levent Izgec, Wladislaw Kirch, Fabian König, Kevin Sigl, Marvin Sprengling Testspiele: 2:0 gegen FV Berghausen (A-Klasse); 1:2 bei Phönix Schifferstadt (Bezirksliga); 0:0 gegen Astoria Walldorf II (Oberliga); Sonntag (16 Uhr), bei VfB Haßloch (Bezirksliga); Turnier in Mechtersheim, Mittwoch, 13. Juli (18 Uhr), gegen BSC Oppau, Freitag, 15. Juli (20 Uhr), gegen TuS Mechtersheim (Oberliga), Sonntag, 17. Juli (ab 14 Uhr), Endspiele; Mittwoch, 20. Juli (19 Uhr), bei 1. FC Bruchsal (Verbandsliga); Sonntag, 24. Juli (14 Uhr), gegen Viktoria Herxheim (Landesliga)

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