Speyer
Viele neue Staatsbürger bei Einbürgerungsfeier
Seit Ende 2015 ist Abdulkarim Al Alshi schon in Deutschland. In seinem jungen Leben hat der gebürtige Syrer schon vieles durchstehen müssen: „Ich bin von Syrien aus zunächst gelaufen und schließlich mit dem Boot nach Europa und dann nach Deutschland gekommen.“ Al Alshi ist vor dem Krieg in seiner Heimat geflohen, fügt seine Lebensgefährtin, Valentina Burger, hinzu. In Syrien lebten nach wie vor Mitglieder seiner Familie.
Für die Flucht nach Deutschland hat Al Alshi sich entschieden, weil er in Syrien viele positive Berichte über das Land gehört habe. In Speyer, seiner jetzigen Heimat, sei er jedoch nicht direkt angekommen, als er nach Deutschland kam. „Erst wurde ich nach München geschickt, dann in die Nähe von Mainz, dann nach Mechtersheim, Römerberg.“ Dort lernte er auch seine Partnerin Valentina Burger kennen: „In Mechtersheim habe ich mit meiner Mutter ehrenamtlich im Flüchtlingsheim geholfen“, berichtet Burger. Und dort habe es zwischen Al Alshi und ihr dann auch gefunkt.
Auch zehn Minderjährige
Jetzt wollen die beiden, die inzwischen einen gemeinsamen Sohn haben, den Blick nach vorne richten. Mit einem abgeschlossenen Sprachkurs und der Einbürgerungsurkunde fühle er sich dem deutschen Staat mehr und mehr zugehörig, sagt Al Alshi. Der Grund für seinen Entschluss, sich einbürgern zu lassen: „Hier in Deutschland möchte ich mein ganzes Leben verbringen.“
Von ähnlichen persönlichen Hintergründen hätten auch andere Frauen und Männer zu berichten, betont Stefanie Seiler. Im Historischen Ratssaal des Speyerer Rathauses übergab die Oberbürgermeisterin am Dienstag den neuen Staatsbürgern ihre Einbürgerungsurkunden, wobei sie ihrer Freude darüber Ausdruck gab, dass die 56 Frauen, Männer und Jugendlichen sich für Speyer als Ort der Einbürgerung entschieden hätten. Es seien nämlich auch zehn Minderjährige eingebürgert worden, hob Seiler hervor, um auf die aktuell besonders schwierige Situation in vielen Teilen der Welt aufmerksam zu machen.
Menschen aus 15 Staaten
Zugleich erinnerte die Oberbürgermeisterin an den Weltflüchtlingstag, der jedes Jahr am 20. Juni ist, und rief zu einer völkerrechtlichen Pflicht auf, Menschen zu helfen, die vor Waffen und Krieg geflohen seien. Die Speyerer Neubürger kommen aus 15 Staaten, die meisten aus Syrien und Rumänien. Seit dem Jahr 2000 sind laut Stadtverwaltung damit genau 2464 Menschen in Speyer eingebürgert worden.
Bei der Verleihung der Einbürgerungsurkunden im Rathaus sorgte Peter Seiler am Klavier für die musikalische Begleitung.